Jeder vierte über 64

Einwohner im Werra-Meißner-Kreis sind die Ältesten in ganz Hessen

Zwei Senioren sitzen auf einer Bank.
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Jeder Vierte ist über 64 Jahre alt. Damit sind die Menschen im Werra-Meißner-Kreis in ganz Hessen durchschnittlich zu den ältesten. 

Jeder Vierte ist über 64 Jahre alt. Damit sind die Menschen im Werra-Meißner-Kreis in ganz Hessen durchschnittlich zu den ältesten.

Werra-Meißner – Im Werra-Meißner-Kreis ist knapp über ein Viertel der Bevölkerung 65 Jahre und älter. Hessenweit führt der Kreis damit die Bevölkerungsstatistik an. Das geht aus dem Bericht des Statistischen Landesamtes hervor, das kürzlich die Zahlen aus dem vergangenen Jahr veröffentlicht hat. Ebenfalls an der Spitze, jedoch mit dem niedrigsten Wert, steht der Landkreis mit dem Anteil der unter 15-Jährigen an der Bevölkerung:

Dort sind es 12 Prozent. Daraus resultiert ein Altersdurchschnitt von 47,3 Jahren. Tendenz steigend. Laut Prognose soll der Wert in den nächsten vier Jahren auf 48,2 Jahre klettern.

Die Überalterung im Werra-Meißner-Kreis ist kein Geheimnis und wenig überraschend für Landrat und die Bürgermeister. „Diese Entwicklung ist seit rund 20 Jahren bekannt“, sagt Landrat Stefan Reuß. „Genau deshalb haben wir uns vor über 15 Jahren dazu entschieden, die Familienfreundlichkeit deutlich auszubauen.“ Junge Menschen im Kreis halten und Zuzüge forcieren, dies seien Ziele, die seit Jahren zum Beispiel mit dem Breitbandausbau sowie wohnortnahen Bildungs- und Betreuungsangeboten verfolgt würden.

Einwohner Hessisch Lichtenaus gehören zu den Jüngsten

Die Einwohner Hessisch Lichtenaus gehören mit einem Schnitt von 46,2 Jahren zu den Jüngsten im Kreis und auch der prognostizierte für 2025 Wert ist mit 46,5 marginal höher. Für die Gemeinde Weißenborn gilt das Gegenteil. Aktuell liegt das Alter der Menschen dort bei 49,2 Jahre – sie sind nach Meinhard (49,4) die Ältesten. Laut Statistik werden die Weißenbörner im Jahr 2025 im Schnitt 50,9 Jahre alt sein und damit die ältesten im Werra-Meißner-Kreis. Ein Abwärtstrend wird keiner der Kommunen prognostiziert. „Es ist nur ein Berechnungsmodell“, sagt Weißenborns Bürgermeister Thomas Mäurer. Die Zuzüge und die Stadtflucht, die er beobachte, stimmen ihn positiv.

„Ich sehe, wie sich Baulücken schließen“, sagt auch Michael Heußner, Bürgermeister von Hessisch Lichtenau. „Wohnen auf dem Land ist wieder attraktiv.“ Erst 2020 habe die Stadt elf Baugrundstücke auf einen Schlag verkaufen können und alte Gebäude, die eigentlich abgerissen werden sollten, würden ebenfalls gekauft. Attraktiv an Lichtenau sei für Bauherren und Renovierungswillige etwa die Nähe zum Ballungsraum Kassel und die gute Anbindung mit der Straßenbahn, die im 15-Minuten-Takt fährt. Reuß, Mäurer und Heußner sind sich einig: „Das Durchschnittsalter wird wieder sinken.“ (Von Hanna Maiterth)

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