Wegen Pandemie

Keine großen Feste möglich: Deutlich weniger Trauungen und Taufen im Kreis

Das Bild zeigt die Hände eines Brautpaars mit Brautstrauß.
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In der Coronakrise heiraten kaum noch Paare kirchlich.

Die Zahl der Eheschließungen und Taufen ist wegen der Pandemie 2020 stark zurückgegangen. Das geht aus Zahlen des evangelischen Kirchenkreises Werra-Meißner des Landes Hessen hervor.

Werra-Meißner – Demnach gab es im vergangenen Jahr 461 standesamtliche Eheschließungen im Landkreis, 530 und 570 waren es 2019 und 2018. Gleich zu Beginn des ersten Lockdowns im April 2020 ließen sich nur noch elf Paare trauen, ein Jahr davor waren es 25, im Mai 2019 sogar 76. Die meisten Eheschließungen gab es 2020 im August, als sich 69 Paare getraut haben.

Noch stärker ist der Rückgang bei den kirchlichen Trauungen zu spüren, die in großer Zahl mehrfach verschoben wurden, wie Ralph Beyer, stellvertretender Dekan im Kirchenkreis, erklärt. Während sich 2018 und 2019 noch 318 und 278 Paare in der Kirche trauen ließen, waren es 2020 nur 60, in diesem Jahr bislang acht. „Eine Hochzeit ist heutzutage ein Event, bei dem die Menschen keine Abstriche machen wollen“, sagt er. Doch wegen der Coronapandemie waren keine großen Feste möglich, feiern durfte man nur stark eingeschränkt. Beyer meint, dass daher zwar standesamtlich geheiratet wurde, viele aber mit der kirchlichen Trauung und dem damit verbundenen großen Familienfest warten, bis die Pandemie es erlaubt.

Ralph Beyer

So verhielt es sich auch bei den Taufen. 219 Taufen hat es im Jahr 2020 gegeben, 492 wurden dagegen ein Jahr zuvor gefeiert, 2018 waren es sogar 520 Taufen. Zwar gebe es heute etwas weniger Kirchenmitglieder als noch vor einigen Jahren, doch die Zahl der Taufen bleibe konstant. Beyer schließt daraus, dass die Taufbereitschaft unverändert hoch bleibe. „Der Wunsch zur Taufe ist da.“

3000 weniger Eheschließungen in Hessen

Nach einer Statistik des Landes fanden 2020 gut 27 000 Eheschließungen in Hessen statt. Ein Jahr davor waren es 30 100, 2018 sogar über 32 000. Über den Winter finden in der Regel die wenigsten Eheschließungen statt. Schon vor Corona zählte der Landkreis im Jahr 2019 nur neun Eheschließungen im Januar, 19 im Februar. Die beliebtesten Monate sind Mai bis September, wo es in den vergangenen zwei Jahren zwischen 70 und 120 Eheschließungen im Monat gab. jes

Damit Taufen während der Pandemie stattfinden konnten, musste der Kirchenkreis kreativ werden. „Wir haben viele für die Menschen passende Formen gefunden, Taufen auch draußen gefeiert, zum Beispiel auch auf dem Meißner oder im Garten. Das war auch sehr schön“, sagt Beyer. Kreative Formen der Gottesdienste, die der Kirchenkreis auch nach der Pandemie auf Wunsch noch anbieten wolle. (Jessica Sippel)

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