Geschäftsführerin legt Zahlen offen

Klinikum Werra-Meißner: Für 2019 droht ein Defizit von 2,3 Millionen Euro 

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Steht vor einer schwierigen finanziellen Lage: Das Klinikum Werra-Meißner, hier am Standort Witzenhausen.

Das Klinikum Werra-Meißner ist weiterhin einer sehr angespannten wirtschaftlichen Situation ausgesetzt. In diesem Jahr droht ein Defizit von 2,3 Millionen Euro.

Das berichtete die Geschäftsführerin Dr. Claudia Fremder den Mitgliedern des Finanz- und des Gesundheitsausschusses.

Nach einem Fehlbetrag von rund einer Million Euro im Jahr 2018 könnte sich das Minus in diesem Jahr auf rund 2,3 Millionen Euro summieren. Das Haushaltsdefizit wird durch Gewinne gedeckt, die in der Vergangenheit erwirtschaftet wurden. Trotzdem wird der Kreistag in seiner nächsten Sitzung darüber entscheiden, die Bürgschaft zu erhöhen, um den Liquiditätsbedarf zu sichern.

Dr. Claudia Fremder, Geschäftsführerin des Klinikums Werra-Meißner

Das Gesamtergebnis sieht zum Halbjahr 2019 bereits einen Fehlbetrag von 1,5 Millionen Euro vor, der nach Angaben von Verwaltungsdirektor Michael Rimbach bis Jahresende auf 2,3 Millionen Euro ansteigen könnte. Als Gründe machten Fremder und Rimbach die angespannte Situation auf dem Arbeitsmarkt aus. 

Klinikum Werra-Meißner: Probleme Arztstellen zu besetzen

In der Vergangenheit hatte das Klinikum Probleme, Ärztestellen adäquat zu besetzen. „Machen wir uns nichts vor: Für Ärzte ist es nicht attraktiv, im ländlichen Raum zu arbeiten“, sagt Fremder. Das führte dazu, dass einige Abteilungen Verluste eingefahren haben. Orthopädie und Unfallchirurgie hatten beispielsweise einen Erlösrückgang von 2,5 Millionen Euro. 

Externe Personalkosten sind exorbitant gestiegen

In der Psychiatrie gab es durch den Ärztemangel 1200 Belegungstage weniger. Insgesamt steigen die externen Personalkosten im Vergleich zum Vorjahr um fast eine Million Euro. Außerdem sinken die stationären Fallzahlen seit 2017 deutschlandweit. Besonders betroffen: Krankenhäuser mit weniger als 600 Betten.

Wirtschaftliche Lage noch nicht so dramatisch wie im Jahr 2008

„Die wirtschaftliche Situation des Klinikums ist nicht so dramatisch wie im Jahr 2008“, sagte Landrat Stefan Reuß am Montagmittag. Damals war das Unternehmen in erhebliche wirtschaftliche Schieflage geraten und nur durch ein Bündel an Maßnahmen vor der Insolvenz gerettet worden. Unter anderem hatten die Mitarbeiter einem Zukunftssicherungstarifvertrag zugestimmt. Von 2013 bis 2016 erwirtschaftete das Klinikum 4,3 Millionen Euro Gewinn. Fremder machte ebenfalls Hoffnung: Das Fachkräfteproblem wurde angegangen. Damit erholten sich auch die einzelnen Abteilungen. 

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