Gerechtigkeit und Ehrlichkeit sind ihm wichtig

Natur in vollen Zügen: Knut John kandidiert für die SPD

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Entspannung: Knut John sucht Erholung bei einer Kutschpartie im Gelände rund um seinen Hof im Eschweger Stadtteil Niederhone. John kandidiert bei der Landtagswahl für die SPD.

Eschwege. Der 55-Jährige Knut John kandidiert bei den Landtagswahlen Ende des Monats  erstmals für die SPD im Wahlkreis 9 (Eschwege-Witzenhausen).

„Du bekommst die Natur in vollen Zügen mit“, schwärmt Knut John. Der Blick reicht im Westen bis zum Meißner. Im Norden tut sich das Eschweger Becken mit den Höhenzügen des Meinhards im Hintergrund auf. Knut John hat Dana und Balaika vor die leichte Kutsche gespannt und ist oberhalb seines landwirtschaftlichen Anwesens zwischen Eschwege und dem Stadtteil Niederhone unterwegs.

„Mein Ziel ist das Direktmandat“, sagt John über die Landtagswahl in Hessen. „Die Chancen stehen 50:50“. Über die Landesliste seiner Partei in das Parlament einzuziehen, ist bei Listenplatz 41 nahezu aussichtslos. Der Ernährungswissenschaftler ist Vater von vier erwachsenen Kindern, lebt mit seiner Partnerin auf dem Hof, den er im Nebenerwerb betreibt, und arbeitet als Projektleiter beim Lebensmittelkonzern Tegut. In der Politik ist John noch nicht lange unterwegs. Der Sozialdemokrat gehört der Eschweger Stadtverordnetenversammlung an.

Mit Mut, Humor und Wahrheitsliebe nehme er die Herausforderung an und definiert seine Ziele klar: „Die Politik muss unbedingt dafür sorgen, dass die Schere zwischen Armen und Reichen nicht weiter auseinander geht.“ Genau das Gegenteil gelte es anzustreben. Gerechtigkeit ist John ebenso wichtig wie Ehrlichkeit. Der globale Kapitalismus bereite ihm Sorge. „Egal in welchen Ländern, es gibt überall einige wenige Menschen, die sich die Erde untertan machen wollen.“

Politik müsse deswegen „von unten“ gemacht werden. John: „Wir müssen die Menschen ermutigen mitzumachen, sie begeistern, faszinieren.“ Politische Aufklärung tue not, um Entwicklungen wie in Chemnitz vorzubeugen. „In der AfD erkenne ich Parallelen zum Nationalsozialismus“, sagt er.

Johns Lieblingsprojekt: Behörden und Hochschulen aufs Land. Das werde ein sehr langwieriger Prozess, bringe aber Geld in die ländlichen Regionen. Und: „Die Belebung des Landes ist Entlastung für den angespannten Wohnungsmarkt und die kollabierende Verkehrssituation in den Ballungsgebieten.“

John sagt, er stelle fest, dass er bei den Menschen ankomme, „weil ich nicht in die typische Politikersprache verfalle, nicht taktiere, sondern sage, was ich denke“. Einmal in der Woche sucht der ehrenamtliche Kommunalpolitiker, der schon bald bei denen mitmischen möchte, die in der Landeshauptstadt Wiesbaden von Berufs wegen Politik machen, Entspannung auf dem Kutschbock – mit Hut und Handschuhen, wie es die Tradition der Kutschergilde verlange. Dana und Balaika sind Mutter und Tochter und zwei von sieben Pferden aus der Zucht Johns. Drei Hunde, Hühner und Tauben leben in Haus und Ställen sowie im knapp zwölf Hektar großen Freigelände - und fünf Galloway Rinder: Die züchtet der Hobby-Landwirt nämlich auch. „Ein richtiger kleiner Bauernhof“, sagt der Sozialdemokrat.

Die Tiere und die Arbeit auf dem Hof nennt John „Gegenpol zum Job“, Entspannung sei das. Unbeschreiblich sei das Glücksgefühl, wenn ein Fohlen zu Welt komme. Fünf bis sechs Jahre würden vergehen, bevor es vor der Kutsche laufen könne. Der Verkauf eines Tieres falle immer schwer; rechnen tue sich das „bestenfalls gegen Null“. John genießt das Leben, mag die Menschen und Gesellschaft. „Es gibt kaum eine Zeit, in der ich alleine bin."

Zur Person

Knut John (55) ist Vater von vier erwachsenen Kindern, hat drei Enkel, lebt mit seiner Partnerin in Niederhone und arbeitet als Projektleiter beim Lebensmittelkonzern Tegut. Der Ernährungswissenschaftler und Metzgermeister betreibt im Nebenerwerb eine Landwirtschaft, züchtet Pferde und Rinder. Im Werra-Meißner-Kreis und weit über die Kreisgrenzen hinaus hat der 55-Jährige sich einen Namen als „Erfinder“ der „Lädchen für alles“ gemacht, mit denen in kleinen Orten die Grundversorgung der Bevölkerung sichergestellt wird. Knut John ist in der Kreisstadt Eschwege als Stadtverordneter engagiert.

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