Luftaustausch im Winter

Kreis investiert 1,8 Millionen Euro für Lüfter in 890 Klassenzimmern

Als „einfach, effizient und kostengünstig“ beschreibt Baudezernent und Vize-Landrat Dr. Rainer Wallmann (rechts) das Lüftungssystem. Rolf Tinnefeld, Rektor der Struthschule, hat den Lüfter in seinem Klassenraum getestet.
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Als „einfach, effizient und kostengünstig“ beschreibt Baudezernent und Vize-Landrat Dr. Rainer Wallmann (rechts) das Lüftungssystem. Rolf Tinnefeld, Rektor der Struthschule, hat den Lüfter in seinem Klassenraum getestet.

Der Werra-Meißner-Kreis wird 890 Klassenräume in seinen Schulen mit dezentralen Lüftungsanlagen austatten. Das hat Baudezernent Dr. Rainer Wallmann jetzt bekannt gegeben.

Werra-Meißner – Die Ausschreibung ist gestartet, der Einbau soll Anfang Dezember beginnen, wenn alles planmäßig läuft. Mit den Ventilatoranlagen soll das Stoß- und Querlüften ersetzt werden. An drei Schulen im Kreis wurde das System in den vergangenen Wochen erprobt.

Ausgestattet werden die Räume, die bisher nicht mit zentralen Lüftungsanlagen ausgerüstet sind. An einem Ende der Fensterfront wird im Klassenzimmer ein fünfstufiger Ventilator eingebaut. Durch das Kippen eines Fensters am anderen Ende der Fensterfront wird ein Luftaustausch angestoßen. „Frischluft strömt durch das gekippte Fenster ein, verwirbelt im Klassenzimmer und die verbrauchte Luft wird durch den Ventilator abgeführt“, erklärt Wallmann. Bis zu 600 Kubikmeter Luft kann das System innerhalb einer Stunde austauschen.

Für das dezentrale Lüftungssystem gibt es zwei Betriebsweisen: Außerhalb der Heizperiode kann es während des gesamten Unterrichts auf Stufe 1 durchlaufen. Im Winter, wenn in den Klassenzimmern die Heizungen laufen, genügt es nach Angaben von Peter Brengel, Leiter des Gebäudemanagements des Kreises, den Ventilator einmal pro Unterrichtsstunde für drei bis sechs Minuten auf einer höheren Stufe einzuschalten.

Mit Klassen 1 bis 6 wird gestartet

Momentan wird die Ausschreibung für die Lüfter vorbereitet. Mehrere Firmen könnten parallel beauftragt werden. Der Einbau soll Anfang Dezember starten. Zunächst sollen die 430 Räume für Schüler der Klassen 1 bis 6 umgerüstet werden. Später folgen die anderen Räume. Ein Gerät kostet inklusive Einbau rund 2000 Euro. Für die Klassen 1 bis 6 stellt der Bund eine Förderung von bis zu 80 Prozent in Aussicht. „Ob Förderung oder nicht: Eingebaut wird auf jeden Fall“, sagt Brengel. ts

„Die Kinder werden in der kurzen Zeit nicht gestört; wenn es kälter wird, müssen sie aber im Winter trotzdem eine Jacke anziehen“, berichtet Rolf Tinnefeld, Rektor der Struthschule in Eschwege von den Erfahrungen aus den ersten Wochen. Die Struthschule gehört neben der Kesperschule und der Meißnerlandschule zu den Einrichtungen, in denen die handelsüblichen Industrielüfter getestet wurden. Ein Filterwechsel wird hier nicht notwendig. „Das System ist einfach, effizient und kostengünstig“, sagt Wallmann nach der Erprobungsphase. Der Werra-Meißner-Kreis plant, rund 1,8 Millionen Euro für den Einbau zu investieren. (Tobias Stück)

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