Eschwege: Schlosshotel und frühere Sparkasse sollen weichen

Kreis plant jetzt mit Neubau für Verwaltung

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Neustrukturierung der Verwaltungsgebäude: Gegenüber dem Landgrafenschloss in Eschwege plant der Werra-Meißner-Kreis mit einem neuen Verwaltungsgebäude. In die Planung einbezogen ist das Schlosshotel.

Eschwege. Überraschendes Umdenken bei der Schlosssanierung und Modernisierung der Kreisverwaltung in Eschwege: In den politischen Gremien werden Pläne diskutiert, den Sanierungsumfang im Landgrafenschloss selbst deutlich zurückzufahren und auf der gegenüberliegenden Straßenseite einen komplett neuen Verwaltungstrakt zu bauen.

Landrat Stefan Reuß und Erster Kreisbeigeordneter Dr. Rainer Wallmann werden heute Nachmittag den Finanzausschuss des Kreistages über die neue Entwicklung informieren. Der Kreis will das frühere Schlosshotel kaufen. Denkbar wäre der Abriss dieses Gebäudes sowie des benachbarten Verwaltungsgebäudes II, das in der früheren Sparkasse untergebracht ist. „Alles ist denkbar - vom Komplettabriss bis zur weitgehenden Erhaltung“, sagte Landrat Reuß gestern. Dr. Wallmann kündigte einen Architektenwettbewerb an.

Der solle Basis weitergehender Entscheidungen sein. „Voraussetzung sei, so Dr. Wallmann, dass der für Sanierung und Umbau festgesetzte Kostenrahmen eingehalten wird. Dr. Wallmann: „Das funktioniert natürlich nur, wenn das Schlosshotel zu wirtschaftlich darstellbaren Bedingungen zu bekommen ist.“ Mit dem Eigentümer gebe es bereits eine detaillierte mündliche Vereinbarung über den Kauf, die am Montag schriftlich fixiert werden soll. Möglich geworden ist diese Variante zur Neustrukturierung der Kreisverwaltung, nachdem die Obere Denkmalschutzbehörde überraschend Zustimmung zur Einbeziehung des Schlosshotels in die Gesamtplanung signalisiert hat.

Denkmalschützer bewerten diese Eingriffe als insgesamt geringer als die sonst erforderlichen Veränderungen am Landgrafenschloss selbst. Das Schloss soll auch in dieser neuen Variante als Kreisverwaltung genutzt und soweit saniert werden, dass der Bestand gesichert ist.

Hintergrund: Denkmalschutz schwenkt um

Nicht zuletzt wegen zusätzlichen Raumbedarfs und damit verbundener Anbauten für sanitäre Einrichtungen, Fahrstuhl und Fluchtwege gestaltete sich die Planung im Landgrafenschloss schwierig. Neben hohen Kosten mussten die Vorgaben des Denkmalschutzes berücksichtigt werden. Vor diesem Hintergrund hat die Obere Denkmalschutzbehörde ihre Position zum Abriss des Schlosshotels auf der gegenüberliegenden Straßenseite überdacht und Zustimmung signalisiert. In dem Neubau würden sich nach Auffassung der Verwaltungsspitze auch Barrierefreiheit und energetische Vorgaben deutlich besser und kostengünstiger umsetzen lassen.

Von Harald Sagawe

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