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Kreisstadt Eschwege möchte Familien weiter fördern

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Von: Tobias Stück

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Neues Zertifikat als familiengerechte Kommune: (von links) Beatrix Schwarze vom gleichnamigen Verein überreicht die Auszeichnung an die Steuerungsgruppe um Ricarda Feigenspan, Stefanie Sønnichsen, Leiter Jörn Engler, Bürgermeister Alexander Heppe, Auditorin Ellen Ehring und Milijo Dzeko.
Neues Zertifikat als familiengerechte Kommune: (von links) Beatrix Schwarze vom gleichnamigen Verein überreicht die Auszeichnung an die Steuerungsgruppe um Ricarda Feigenspan, Stefanie Sønnichsen, Leiter Jörn Engler, Bürgermeister Alexander Heppe, Auditorin Ellen Ehring und Milijo Dzeko. © Tobias Stück

Ein neues Konzept der Stadtverwaltung sieht vor, Wohnraum zu schaffen und Betreuung zu ermöglichen. Zudem soll das Miteinander für Senioren gestärkt werden.

Eschwege – Mehr passgerechten Wohnraum, ausreichende Betreuung von Familie und Beruf, Mitbestimmung von Senioren sowie mehr Transparenz und Beratung sollen Familien in Eschwege nach dem neuesten Konzept der Stadtverwaltung bekommen. Die Kreisstadt bekennt sich weiterhin zu dem Prädikat „Familiengerechte Kommune“.

In einem langen Prozess hat die Stadtverwaltungen in den vergangenen Monaten ein Konzept ausgearbeitet, um die Situation für Familien jeden Alters und jeder Form beizubehalten und zu verbessern. Dabei wurden in sechs Handlungsfeldern Schwerpunkte, die bereits in den vergangenen Jahren geschaffen wurden, bestätigt und neue Ziele gesetzt. Ein Überblick:

Wohnumfeld

Für Wohnungssuchende soll passgenauer Wohnraum für jeden Geldbeutel zur Verfügung stehen. Laut Konzept sollen die Handlungsmöglichkeiten der Stadt so weiterentwickelt werden, dass die Kommune zukünftig eine stärkere Rolle auf dem Wohnungsmarkt einnimmt. Geschaffen werden soll die Stelle eines sogenannten Wohnungskümmerers. Künftige Mieter, Vermieter und Wohnungsbaugesellschaften könnten den Service gleichermaßen nutzen.

Der eigene Wohnungsbestand der Stadt soll darüber hinaus verbessert werden. Es soll geprüft werden, ob die Stadt gerade im innerstädtischen Bereich Objekte findet, die sie nach eigenen Vorstellungen „familiengerecht und bezahlbar“ erweitern kann.

Betreuung

Hier wird die Stadt in erster Linie bei den Kindertagesstätten eingreifen. Für jedes Kind soll es ein bedarfsorientiertes Angebot – auch durch die Kindertagespflege – geben.

In der Betreuung der Grundschulkinder will man sich mit dem zuständigen Werra-Meißner-Kreis abstimmen. Jeder Grundschule zahlt die Kreisstadt weiterhin 5000 Euro Zuschuss zum Pakt für den Nachmittag. In allen Ferien stellt die Stadt eigene Betreuungsangebote zur Verfügung.

Senioren

In den Quartieren der Kernstadt und in den Stadtteilen soll das gelebte Miteinander für Senioren gestärkt werden. Mit Erzählcafés, einem Tag der Nachbarschaft oder Seniorennachmittagen soll die Gemeinschaft gestärkt werden.

Senioren sollen noch stärker in die Entscheidungsprozesse miteinbezogen werden. Für das bereits bestehende Seniorenforum, das der Stadt beratend zur Seite steht, müsse nachjustiert werden. Die Beteiligung müsse einfacher werden. „Wir brauchen neue Mitstreiter“, sagt Engler.

Beratung

Anlaufstelle ist das Familienbüro am Obermarkt, dass ein Ergebnis der ersten Auditierung ist. Hier erhalten junge Familien genauso wie Senioren Beratung. Familien mit Neugeborenen werden persönlich besucht. Sie bekommen einen „Willkommensrucksack“.

Ebenso gibt es für zugezogene Familien ein Begrüßungspaket. Auf einer Feedback-Karte kann man auch Kritik zurückmelden. Neben den Präsenzberatungen ist auch ein sogenannter Familiennavigator geplant, der die Familien digital informiert.

Migranten sollen indes bedarfsgerechter in den Willkommensprozess beteiligt werden.

Bildung

Die Familienkarte Plus, die es bereits seit einigen Jahren gibt, soll fortgeführt werden. Etwa 150 Familien aus Eschwege beantragen jedes Jahr die Unterstützung, durch die 15 Partner Rabatte anbieten. „Die gesellschaftliche Teilhabe benachteiligter Familien ist schon verbessert“, sagt Engler.

Steuerung

Familienpolitik soll fester Bestandteil der Arbeit im Rathaus sein, ist in dem Konzept festgeschrieben. „Mein Eindruck ist, dass sich Familien- und Generationengerechtigkeit in der Eschweger Verwaltung fest verankert hat“, sagt Auditorin Ellen Ehring, die den Prozess von außen begleitet hat.

Wir sehen das Zertifikat „familiengerechte Kommune“ auch als Verpflichtung und wollen das Konzept mit Leben füllen“, sagt Bürgermeister Alexander Heppe.

Von Tobias Stück

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