Laubbläser: Einsatz aus wirtschaftlichem Grund - Kritik an Lärm

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Laubsauger: Für die Arbeiter eine Erleichterung, für Naturschützer eine Katastrophe. 

Eschwege. Wenn die Männer vom Bauhof mit ihren Laubbläsern im Stadtpark anrücken, ist es vorbei mit der herbstlichen Idylle. Das Gebäudemanagement beim Werra-Meißner-Kreis setzt die lärmenden Geräte ein, die Bauhöfe der Städte und Gemeinden ebenso.

Inzwischen haben Laubbläser und -sauger selbst in vielen Privatgärten Einzug gehalten. Für die Benutzer sind die Maschinen eine unverzichtbare Arbeitserleichterung und allein aus wirtschaftlichen Gründen unverzichtbar, Naturschützer bekalgen, dass sie das Ökosystem durcheinander bringen.

„Wir würden gerne den Rechen schwingen, aber bei uns regiert der Rotstift“, sagt etwa Uwe Schäffer, Leiter des Bauhofs in Eschwege. „Viele Insekten werden getötet und fallen damit aus der Nahrungskette weg; das schadet vor allem Vögeln“, entgegnet der Ornithologe Wolfram Brauneis und urteilt: „Die Dinger sind allein wegen ihrer Lärmentwicklung unerträglich.“

Mit einer Lautstärke von 110 Dezibel spielen Laubbläser und -sauger in einer Liga mit Kettensäge und Düsenflugzeug - nur knapp unterhalb der Schmerzgrenze. Daran könnte sich zumindest in Eschwege in Zukunft einiges ändern. Die Kreisstadt rüstet ihr Equipment sukzessive auf die deutlich leiseren Elektro-Akku-Bläser um. Von den 18 Geräten arbeiten bereits vier mit dem alternativen Antrieb. „Mit durchweg guten Erfahrungen“, so Schäffer. Das Gebäudemanagement des Kreises setzt nach Angaben von Sprecher Jörg Klinge acht Sauger und 22 Bläser ein.

Eingesetzt werden die Geräte zum Laubeinsammeln, aber auch für Reinigungsarbeiten beispielsweise auf Schulhöfen - anstelle eines Besens. Selbst die kleine Gemeinde Wehretal setzt hin und wieder auf Technik statt auf Besen und Laubrechen. „Aber nur dort, wo komplizierte geografische Gegebenheiten das erfordern“, sagt Erster Beigeordneter Dieter Fischer.

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