Maschinen rechtzeitig ordern

Lieferengpässe bei den Gartenhändlern: Auswirkungen auf Reparaturen

Die letzten Maschinenarbeiten im heimischen Garten sind seit diesem Monat erledigt. Im Winter sollten die Geräte gewartet werden.
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Die letzten Maschinenarbeiten im heimischen Garten sind seit diesem Monat erledigt. Im Winter sollten die Geräte gewartet werden.

Auch bei Gartenhändlern kommt es zu Lieferengpässen. Die Hersteller kommen mit der Produktion und dem Versand kaum hinterher. Das hat Auswirkungen auf Reparaturen

Eschwege/Wanfried – Ähnlich wie in anderen Branchen müssen Gartenbesitzer mit langen Lieferzeiten rechnen, wenn sie ein neues Gerät brauchen. Das bestätigen Händler von Gartengeräten aus der Region. Mehrmonatige Lieferzeiten seien derzeit normal, erklären beispielsweise Klaus Reinhardt und Andreas Rabe von den gleichnamigen Betrieben in Eschwege, Breitau und Wanfried.

Wer neue Maschinen braucht, sollte rechtzeitig ordern.

Der Markt sei derzeit wie leer gefegt, berichtet Klaus Reinhardt, der seine Geschäfte für Land-, Forst- und Gartentechnik in Eschwege und Breitau betreibt. „Durch die Pandemie wurde erst das Häuschen renoviert, dann kam der Garten dran“, berichtet er von seinen Erfahrungen. Dafür brauchten die Gartenbesitzer die entsprechenden Maschinen. Die Nachfrage sei im vergangenen Jahr riesig gewesen. Branchenriesen wie Stihl oder Husqvarna verzeichneten Umsatzsteigerungen von 15 bis 20 Prozent – bei Akkugeräten noch mehr.

Die hohe Nachfrage kann kaum bedient werden. Angefangen bei der Rohstoffgewinnung über die Fertigung von Produkten bis hin zur Versendung der Ware – überall seien die Auswirkungen der Krise zu spüren, heißt es vonseiten des Zentralverbands Hartwarenhandel (ZHH). „Der Fachhandel profitiert zwar von einer regen Nachfrage der Kunden, gerät durch Lieferengpässe aber zunehmend unter Druck“, sagt Thomas Dammann, Hauptgeschäftsführer des ZHH. Die Preise für Container kosteten mittlerweile das Zehn- bis Fünfzehnfache.

Mehr Akkugeräte und Mähroboter als bezinbetriebene Maschinen

Inzwischen würden außerdem mehr Akkugeräte verkauft als benzingetriebene. Der Markt der Mähroboter wachse stark. „Für diese akkubetriebenen Geräte sind die Rohstoffe momentan extrem knapp“, sagt Reinhardt. Eine hohe Nachfrage an Halbleitern betreffe auch seine Branche.

Egal ob man für die neue Gartensaison einen Mähroboter, einen Rasentraktor, eine Akku-Motorsense oder Motorsäge kaufen möchte – man müsse zum Teil mit erheblichen Wartezeiten rechnen, warnt der Verband und empfiehlt, sich nicht erst auf den letzten Drücker im Frühjahr auf die Suche zu begeben. „Die Ware für die neue Saison kommt zwar erst im Januar oder Februar ins Geschäft, Beratungen anhand der neuen Kataloge sind aber schon möglich“, sagt Andreas Rabe, Fachhändler in Wanfried.

Ähnlich prekär ist die Lage bei Ersatzteilen: Auf viele Teile muss man aktuell mehrere Tage, manchmal auch Wochen, warten. „Mittlerweile werden schon Ersatzteile in die Neuware eingebaut, damit die Produktion weiterlaufen kann“, berichtet Reinhardt. Eventuell lange Wartezeiten könne man ausgleichen, indem man die Gartengeräte jetzt schon zur Winterinspektion gebe. Jetzt würden sie nicht gebraucht und zur neuen Gartensaison seien sie mit Sicherheit fertig. archivFotos: lasse deppe, melanie salewski

Von Tobias Stück

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