Musik vom Band

Limp Bizkit enttäuschen beim Open-Flair-Festival in Eschwege

Verloren sich in fremden Liedern: Limp-Bizkit-Gitarrist Wes Borland (oben) und Sänger Fred Durst. Fotos: Sagawe

„Don't you forget about me" („Hüte dich, mich zu vergessen") - singt Simple Minds-Sänger Jim Kerr am Ende des Open Flairs. Kerr ist aber nicht etwa Gast des Headliners Limp Bizkit.

Der Song kommt am Sonntagabend in Eschwege vom Band, wie so vieles andere zuvor auch. Vergessen werden, das könnte den einstigen Nu-Metal-Ikonen bald leicht passieren.

Klar, die Band aus Jacksonville in Florida hatte ihre Hits. „Rollin’“, „My Generation“ und „My Way“ gibt es früh im Set und sind eigentlich schon vorbei, während man sich noch an Gitarrist Wes Borlands Verkleidung, irgendwo zwischen Joker und Jack Skellington, sattsieht. Am Ende dann noch der „Mission Impossible“-Kracher „Take A Look Around“. Das Problem: Mehr hat die Band nicht zu bieten. Deswegen ist nach knappen 70 Minuten auch Schluss. Zugabe? Fehlanzeige.

Dazwischen verlieren sich Limp Bizkit in angespielten Cover-Songs, als Höhepunkt singt Borland schief Nirvana-Lieder, während Sänger Fred Durst das Publikum um Liedwünsche anfleht. „Wir spielen alles, auch von anderen Bands“, verkündet er. Das ist nicht weniger als pure Verzweiflung.

Open Flair: Die ersten Camper bauen ihre Zelte auf

Verloren sich in fremden Liedern: Limp-Bizkit-Gitarrist Wes Borland (oben) und Sänger Fred Durst. Fotos: Sagawe

Weil das Quintett auch seinen Sound nicht findet, sind die saubersten Töne noch die, die bei The Whos „Behind Blue Eyes“ als Playback laufen. Durst singt, die Band schaut tatenlos zu. Das ganze wirkt wie eine Karaoke-Party kurz vor dem Ende, wenn nur noch die ewig gleichen Lieder übrig geblieben sind. Schon Mitte des Konzerts strömen viele Zuschauer in Richtung Ausgang.

Das Konzert war das letzte von knapp 120 Auftritten auf dem ausverkauften Open Flair seit Mittwoch. 20.000 Zuschauer hatten an verschiedenen Spielorten die Auftritte von Bands, Comedians und Kleinkünstlern verfolgt. Als Topacts waren neben Limp Bizkit die Metalcore-Band Parkway Drive und Die Fantastischen Vier nach Eschwege gekommen.

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Mehr als 13.500 Camper hatten angrenzende Wiesen in eine riesige Zeltstadt verwandelt. In Massen strömten die Menschen auch in die Cafés und Restaurants der Eschweger Innenstadt.

Open-Flair-Geschäftsführer Alexander Feiertag zog zufrieden Bilanz: „Alles war im Plan, nennenswerte Zwischenfälle gab es nicht.“ Das gleiche Fazit zogen Polizei und Rettungsdienste. Feiertag kündigte an, der Seebühne in Zukunft mehr Bedeutung zukommen lassen zu wollen, konkrete Pläne nannte er für das 18.000 Menschen fassende Areal am Werratalsee aber nicht.

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Nicht gedreht werden soll dagegen an der Festivaldauer. An den fünf Tagen werde in jedem Fall festgehalten. Feiertag sagte: „Wir dürfen nicht verschweigen, dass das Festival für viele Unbeteiligte auch eine Belastung ist.“ Am Programm für das kommende Jahr werde bereits gearbeitet.

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