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Manege frei: Projektzirkus gastierte an Grundschule in Eschwege

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Von: Tobias Stück

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In der Piratenshow wurde einer der Schüler in einem Fass mit Schwertern traktiert. Zur Freude der Eltern kam er unbeschadet wieder hervor.
In der Piratenshow wurde einer der Schüler in einem Fass mit Schwertern traktiert. Zur Freude der Eltern kam er unbeschadet wieder hervor. © Rolf Tinnefeld/NH

Rund 200 Kinder erweckten beim Zirkusprojekt der Struthschule in Eschwege ihren Zirkus Struthelli zum Leben. An drei Tagen traten sie als Clowns, Zauberer, Akrobaten und mehr auf.

Eschwege – Für viele Kinder ist es der Höhepunkt ihrer Grundschulzeit. Wenn ein Mitmachzirkus engagiert ist, können die Kinder ihrer Fantasie und ihrem Bewegungsdrang freien Lauf lassen. Alle vier Jahre gastiert normalerweise auch an der Eschweger Struthschule solch ein Projektzirkus. Zwei Jahre musste das Angebot aufgrund der Pandemie verschoben werden. Umso größer war die Freude, als der erste ostdeutsche Projektzirkus Andre Sperlich jetzt zurückkehrte.

Etwas kürzer als sonst, aber mit genauso viel Begeisterung waren Zirkusteam, Kinder sowie das Kollegium und Betreuungskräfte von Mittwoch (5. Oktober) bis Samstag (8. Oktober) bei der Sache. „Im Zirkus werden alle zusammen mit der Zirkusfamilien und den Trainern zu einem Wir, das sich verzaubern und begeistern lässt“, sagt Konrektorin Gundula Auel, die das Projekt vorbereitete.

Im Vorhinein wählten sich die Kinder in ihre Mitmachgruppen ein: Clowns, Zauberei, eine Taubenrevue, der Schwebebalken, Akrobatik, eine Piratenshow, Jonglage, Trapez, eine Fakir-Feuershow sowie ein Tüchertanz standen für die rund 200 Schülerinnen und Schüler im Struthelli getauften Zirkus zur Auswahl. „Jedes Kind findet seine Rolle“, sagt Andre Sperlich, der den Zirkus 2005 in einen Projektzirkus umfunktionierte.

Die kleine Fatima und Onkel Theo spielten einen viel umjubelten Sketch.
Die kleine Fatima und Onkel Theo spielten einen viel umjubelten Sketch. © Privat/NH

Die Sportlichen würden Akrobaten, die Mutigen Fakire. Mädchen arbeiteten mit Vorliebe mit Tieren. Zirkus verändere die Kinder aber auch. „Bei den Clowns trifft man erstaunlicherweise schüchterne Kinder, die sich in neuer Rolle austoben.“ Insbesondere benachteiligte Kinder würden durch das Zirkusprojekt viel Positives erfahren. Alle würden Zusammenarbeit, Verantwortung und Disziplin lernen. Der Wechsel in eine neue Rolle ist eine Lebenserfahrung – Applaus zu bekommen ebenfalls“, sagt Sperlich.

Ab Mittwoch wurde trainiert. In Eschwege wurde „Laras Traumland“ aufgeführt. Die Kinder hatten bereits nach zwei Tagen eine Show eingeübt, die sie am Donnerstagnachmittag erst mal der Öffentlichkeit präsentierten. Erzählt wurde die Geschichte von Lara und einem Clown, die einmal die Rollen tauschen wollten.

Lara schaffte es, dass ihre gesamte Schule ein Zirkusleben führen durften. Eltern, Geschwister, Großeltern, Verwandte und Freunde waren die Zuschauer am Donnerstag (6. Oktober), Freitag (7. Oktober) und Samstag (8. Oktober) im großen Zirkuszelt auf dem Schulhof mit bis zu 400 Zuschauern.

Dürfen nicht fehlen: Die wuseligen Disco-Clowns übernahmen zwischenzeitlich die Manege und forderten die Zirkusmacher heraus.
Dürfen nicht fehlen: Die wuseligen Disco-Clowns übernahmen zwischenzeitlich die Manege und forderten die Zirkusmacher heraus. © Tobias Stück

Die Jongleure arbeiteten mit Bällen, Ringen und Hula-Hoop-Reifen, die Zauberer zeigten kleine Tricks mit Hasen, Tüchern und Feuer. Bei der Taubenrevue kamen in erster Linie Mädchen in weißen Kleidern voll auf ihre Kosten.

Der Zirkus hatte für jede Gruppe die passenden Kostüme parat. Besonders beliebt und unterhaltsam waren natürlich die Clowns. Sie trieben nicht nur allerhand Schabernack mit dem Zirkusteam, sondern hatten bei ihren Sketchen auch einiges an Text aufzusagen.

Nach der Pause zeigten Jungen und Mädchen als amerikanische Ureinwohner verkleidet ihre Balancefähigkeiten auf dem Schwebebalken. Außerdem schwebten die Schüler am Trapez in luftiger Höhe.

Als amerikanische Ureinwohner verkleidet zeigten die Kinder auf dem Schwebebalken, was sie gelernt haben.
Als amerikanische Ureinwohner verkleidet zeigten die Kinder auf dem Schwebebalken, was sie gelernt haben. © Rolf Tinnefeld/NH

Die kleinen Fakire saßen auf Nagelbrettern und gingen über Scherben. Am Ende zeigten sie, das sie auch mit Feuer umgehen können. Eine der größten Gruppen waren die Akrobaten. Mehr als 30 Kinder zeigten ihre Figuren und türmten sich am Ende zu menschlichen Pyramiden auf.

Zum großen Finale durften alle Kinder noch einmal durch die Manege ziehen und sich von ihrem Publikum verabschieden. Dass es am Samstagvormittag die letzte Show sein sollte, war für einige Kinder schwer zu verstehen. „Schade, ich könnte das jeden Tag machen“, kommentierte beispielsweise der siebenjährige Noel, der kurz zuvor noch als Fakir und Feuerspucker aufgetreten war, das Schulprojekt mit dem Zirkus. Ein Wiedersehen ist schon vereinbart, 2026 kehrt der Zirkus an die Struthschule zurück. Von Tobias Stück

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