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Mann aus dem Werra-Meißner-Kreis soll ohne Führerschein über 40 Kilometer weit gerast sein

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Von: Eden Sophie Rimbach

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Justitia Symbolbild
Eine Fortsetzung folgt in einem Verfahren vor dem Amtsgericht in Eschwege. (Symbolbild) © Peter Steffen/dpa

Der 52-Jährige soll ohne Führerschein durch Orte und Straßen gerast sein. Angesichts weiterer Beweismittel wurde das Verfahren nun unterbrochen, um binnen drei Wochen fortgesetzt zu werden.

Eschwege – Über eine Strecke von 40 Kilometern durch mehrere Ortschaften soll ein Mann (52) aus dem Werra-Meißner-Kreis mit Geschwindigkeiten von bis zu zirka 160 Kilometern pro Stunde gefahren sein. Verfolgt habe ihn die Polizei mit drei Zivilfahrzeugen. Angeklagt wurde der Mann wegen verbotenen Kraftfahrzeugrennens und Fahrens ohne Führerschein.

Eine Fortsetzung der Hauptverhandlung am Amtsgericht Eschwege wird es in dem Strafverfahren gegen den 52-Jährigen geben. Während der Verhandlung wiesen der Verteidiger und einer der Zeugen auf relevante Beweismittel hin. Einer der drei geladenen Zeugen war verhindert.

Der Angeklagte soll an einem Abend Ende Februar 2021 von Wanfried aus mit seinem Wagen gegen 23 Uhr über mehrere Bundes- und Landstraßen sowie Ortschaften nach Bad Sooden-Allendorf gerast sein. Wie ein 47-jähriger Polizeioberkommissar aussagte, hatten er und weitere Polizeibeamte den Angeklagten beim Verlassen einer Gaststätte in sein Auto steigen und losfahren sehen.

Polizeiwagen folgten dem Angeklagten

Mehreren von ihnen sei der 52-Jährige durch ein vorheriges Verfahren wegen Fahren unter Einfluss von Betäubungsmitteln bekannt gewesen. In drei Zivilfahrzeugen folgten die Polizisten dem Angeklagten laut Aussage, um ihn zu kontrollieren.

Dieser soll trotz kurviger und enger Straßen, Dunkelheit und Glätte mit Geschwindigkeiten von bis zu 140 oder 160 Kilometern pro Stunde gefahren sein. „Es kam während der ganzen Fahrt zu keiner Gefährdung“, sagte der 47-Jährige auf Nachfrage des Staatsanwaltes aus.

Vor allem im Innenstadtbereich Bad Sooden-Allendorfs habe aber eine Unfallgefahr entstehen können. Gegenverkehr oder gefährdete Fußgänger habe es auf der etwa 40 Kilometer langen Gesamtstrecke nicht gegeben.

52-Jähriger erkannte Polizei möglicherweise nicht

Als ein angeforderter Polizeiwagen eine Straße in der Altstadt blockiert habe, sei der 52-Jährige über den Bordstein am Fahrzeug vorbeigefahren. Der Verteidiger bat den 47-jährigen Zeugen, diese Situation aufzuzeichnen, und legte ausgedruckte Fotos des genannten Bereichs vor.

Um niemanden zu gefährden, habe die Polizei die Verfolgung bei einer Geschwindigkeit von bis zu etwa 100 Kilometern pro Stunde in der Innenstadt abgebrochen. Laut der Aussage eines Polizeiobekommissars (33) seien der Angeklagte und die drei Zivilfahrzeuge der Polizei etwa 10 bis 15 Minuten lang in der Innenstadt Bad Sooden-Allendorfs unterwegs gewesen.

Der 47-Jährige gab an, als Beifahrer in einem der Zivilfahrzeuge gefahren zu sein. Er habe den Angeklagten mithilfe eine Winkerkelle zur Kontrolle aufrufen wollen. Als das Zivilfahrzeug zu diesem Zweck parallel neben dem des Angeklagten gefahren sei, habe er den 52-Jährigen erkannt. Spätestens zu diesem Zeitpunkt müsse der 52-Jährige gewusst haben, dass ihm die Polizei folgt.

Laut des Zeugen sei nicht sicher, ob der Angeklagte die vorherige Verfolgung als eine durch die Polizei erkannt habe. Noch in Wanfried sei der Angeklagte „zügig, aber noch moderat“ gefahren.

Weitere Beweismittel sollen Klarheit schaffen

Bezüglich der Tatzeit gab der 33-jährige Zeuge an, sich nicht genau erinnern zu können, und schätzte diese auf gegen 22 Uhr. Zuvor legte der Verteidiger einen Kontoauszug vor, laut dem mit der Bank-Karte des Angeklagten an einer 31 Kilometer von Bad Sooden-Allendorf entfernten Tankstelle bezahlt wurde. Ausgehend von der darauf angegebenen Uhrzeit habe der Angeklagte von der Innenstadt, in der die Verfolgung endete, binnen elf Minuten die genannte Strecke zurücklegen müssen.

Der 47-jährige Polizeioberkommissar merkte nach einem Rechtsgespräch zwischen Staatsanwalt, Richterin und Verteidiger an, dass ein Einsatzprotokoll existiere. Dieses werde zeitlich parallel zum Einsatz, bei dem über Funk kommuniziert wird, erstellt. Genaue Zeiten seien aus dem nachträglich nicht veränderbaren Protokoll ablesbar.

Für eine Fortsetzung der Verhandlung werde es laut der Richterin angefordert. Wie der Staatsanwalt anmerkte, müsse zudem geprüft werden, ob sich der Kontoauszug darauf zurückführen lasse, dass wirklich der Angeklagte mit seiner Bankkarte gezahlt habe und diese nicht von jemand anderem genutzt worden sei. Das unterbrochene Verfahren wird binnen drei Wochen fortgesetzt. Dazu sollen mehr Zeugen als bisher geplant geladen werden.

Von Eden Sophie Rimbach

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