Premiere

„Einfach abgefahren“ zeigt Flügel-Anhalts Reise von Thurnhosbach nach Laos

Stolz bei der Premiere: Margot Flügel-Anhalt bei der Premiere des Films „Einfach abgefahren“ in Eschwege, der sie auf ihrer Abenteurerreise quer durch die Welt zeigt.
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Stolz bei der Premiere: Margot Flügel-Anhalt bei der Premiere des Films „Einfach abgefahren“ in Eschwege, der sie auf ihrer Abenteurerreise quer durch die Welt zeigt.

Ihre Reise wurde jetzt verfilmt: In drei Monaten fuhr Margot Flügel-Anhalt mit ihrem alten Mercedes durch 15 Länder. Der Film feierte Premiere in Eschwege.

Eschwege – In drei Monaten durch 15 Länder: Nachdem sie bereits mit einer Enduro – einem Geländemotorrad – durch Zentralasien fuhr, führte Margot Flügel-Anhalts jüngste Reise mit einem alten Mercedes nach Laos. Am vergangenen Sonntag wurde ihr Fernsehfilm „Einfach abgefahren“ im Eschweger Cinemagic präsentiert, bevor die Abenteurerin und die Filmemacher dem Publikum Rede und Antwort standen.

„Ich wusste, dass ich diesen Moment erleben würde: Das Auto ist gepackt und ich rolle die Einfahrt herunter!“, beschreibt Margot Flügel-Anhalt den unspektakulären Aufbruch zu einer abenteuerlichen, dreimonatigen Reise durch Regionen, in die sich die meisten Touristen nicht einmal trauen würden. Charmant und bildgewaltig zeigt der Film die vielen Hoch- und Tiefpunkte einer Fahrt, die viele Überraschungen bereithält und Planungen unmöglich macht. „Eigentlich hatte ich den gepackten Koffer von der letzten Kinotour gleich mitgenommen“, beantwortet Flügel-Anhalt die Frage nach dem Vorlauf der Reise; die Strecke entwickle sich spontan, Unterkünfte werden kurzfristig gebucht. In Pakistan und Myanmar wurde sie für wenige Tage von ihrem Filmteam begleitet – die restliche Zeit war Flügel-Anhalt auf sich allein gestellt.

Mit Kompaktkameras filmte sie ihren „Alltag“: von bunten Basaren und Spaziergängen in der iranischen Dasht-e Lut-Wüste über majestätische Tempel in Indien bis hin zu malerischen Landschaften in Myanmar und Laos. Doch neben diesen Highlights erfahren die Zuschauer auch von herausfordernden Visa-Torturen, Werkstattbesuchen und sorgenvollen Abschnitten.

Im Iran unterbrachen tödliche Massenproteste gefolgt von Internet- und Ausgangssperren ihr Abenteuer; in Pakistan wurde sie kontinuierlich von wechselnden, schwer bewaffneten Beifahrern oder Blaulichteskorten begleitet – aus Sorge vor Terroranschlägen. Umso dringlicher wird die Frage, worum es bei solch einer Reise geht: „Leben! Ich möchte kurzatmig sein, hungern und frieren, glücklich und traurig sein“, schwärmt Flügel-Anhalt.

„Ich mache keinen Urlaub, ich mache eine Reise“

Letztendlich hat sie auf ihrer Reise viel Herzlichkeit erlebt. In Pakistan hat sie freundliche, gebildete Gespräche geführt, in einer Schule wurde sie als Hauptattraktion bewundert und am Straßenrand fanden sich stets Helfer: „Es ist ein super Volk! Ich liebe sie“, beschreibt Flügel-Anhalt den Zauber Indiens, nachdem aufgeschlossene Passanten ihr Kühlflüssigkeit brachten und dabei ihre Bremsprobleme lösten. So präsentiert der Film Momente, in denen sie voller guter Laune summt oder singt und ein Freudentänzchen aufführt. Letztendlich ist sie gezwungen, ihren überholungsbedürftigen Mercedes in Laos zu spenden.

Doch kurz vor ihrem Ziel lässt sie sich auch davon nicht abhalten: „Ich mache keinen Urlaub! Ich mache eine Reise, die nie entspannend werden sollte“, zeigt sie sich kämpferisch und schließt ihre Reise über Wasserfälle, Dschungel und Tempel per Zweirad ab.

Im Nachgespräch boten die Filmemacher Johannes Meier und Paul Hartmann ein Making-of mit Details zu riskanten Drohnenaufnahmen, der Filmmusik und humorvollen Szenen, die es nicht in die finale Version geschafft haben. „Diesmal haben wir den Film von Anfang an für das Fernsehen produziert“, erklärt Meier.

Hinweis: Details zur Kinotour stellt das Team auf der Facebook-Seite „Margot reist“ bereit.

Von Lorenz Schöggl

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