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Mit dem Tod durch Kassel

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Von: Eden Sophie Rimbach

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Musikalisch und mit Geschichten voller Wortwitz ließen (von links) Max Alter, Stefan Metz und Nicole Braun auch den Tod einen stressigen und kräftezehrenden Alltag haben.
Musikalisch und mit Geschichten voller Wortwitz ließen (von links) Max Alter, Stefan Metz und Nicole Braun auch den Tod einen stressigen und kräftezehrenden Alltag haben. © EDEN SOPHIE RIMBACH

Die Satirische Geschichten beenden die diesjährige Reihe „Am Ende unseres Weges“.

Eschwege – Mit einer musikalischen Lesung endete die diesjährige Themenreihe „Am Ende unseres Weges“. Gemeinsam mit Max Alter und Stefan Metz führte Autorin Nicole Braun durch den Alltag des Todes – und dabei auch durch Kassel.

Zum Arzt, zum Finanzamt und schließlich ins Opernhaus des Staatstheaters begleiteten die Zuhörer Brauns Hauptfigur, für die ein Skelett in schwarzer Kutte auf der Bühne stand. Mit sehr viel Wortwitz, mitreißenden Liedern und auch nachdenklichen Passagen begeisterten Braun und ihr Ensemble das Publikum im Raum des Jungen Theaters. Die meisten Songs stammen aus Alters Feder, wurden von seiner Mundharmonika und Metz an der Gitarre begleitet.

Mit Blick auf das Plastikskelett auf der Bühne erklärte Braun, die Hauptfigur ihres Buchs mitgebracht zu haben. Doch sie versprach: „Er ist heute privat hier!“ Eine düstere und von den Tücken des Alltags oft leicht genervte Stimme verlieh Metz dem Tod. Der antwortete auf die Frage nach seinem vollständigen Namen beim Finanzamt: „Tod, nur Tod. Wie Bond, James Bond.“

Erkannt wird der Tod in Brauns Geschichte fast nie, umschreibt seinen Beruf beim Finanzamt geschickt. Als Gegenüber dort seufzte Alter schließlich: „Sie machen mich echt fertig!“ Und mit düsterem Lächeln gab Metz zurück: „Nein – soweit sind wir noch nicht.“ Alter rief noch: „Und denken Sie daran, in 14 Tagen läuft Ihre Frist ab!“ Anstelle von Metz antworteten einige der Zuhörer: „Deine auch.“

Auch als applaudierendes Publikum in der Oper, die Brauns Hauptfigur als – wie sie betonte – Schöngeist gern besuche, sprangen die Zuhörer auf ihre Bitte hin ein. Die Opernpause, in der sich der Tod zum ersten Mal verliebt, wurde gleichzeitig zur Pause im bunten Programm.

Spontan baute Metz die Eschweger Hospizgruppe in seinen Text ein. Das Knarren der Holzbühne nutzte er als Untermalung für die Passagen über die Knieschmerzen des Todes. „Is lästig, aber davon stürbet ma net“, kommentierte Alter als wartender Patient dessen Meniskus-Probleme. Auf den Kommentar, dass eine auf der Boulevard-Zeitschift abgebildete Frau nicht wirklich krank sei und noch sehr lang leben werde, fragte der den Tod, ob der auch die Zukunft seines Meniskus kenne. „Wie Sie schon sagten: Davon stirbt man nicht“, antwortete Metz als Tod, musste selbst lachen.

Publikumsnähe und Titel wie „Der Tod hat’s auch nicht leicht“ stießen auf Begeisterung. Deutlich wurde, was Braun anfangs versprochen hatte: „So ungewöhnlich ist der gar nicht.“ Mit Blick auf einen humorvollen Abschluss der Reihe zu den Themen Sterben, Tod und Trauer erklärte Michael Nowotny vom Caritasverband Werra-Meißner, dass dieser Abend nicht die Tragik unserer Endlichkeit ignoriere, aber das Lachen und Schmunzeln darüber zulasse.

Er und Matthias Heintz, kirchliche allgemeine Sozial- und Lebensberatung des Diakonischen Werks Werra-Meißner, baten Lena Sickmann, Vorstandsmitglied, und Annette Kukule, Koordinatorin, von der Hospizgruppe Eschwege nach vorn. Ihr Dank galt den Kirchen, der Gunderam-Stiftung und dem Kreis für die Förderung sowie dem Jungen Theater und der Rolf-Hochhuth-Stadtbibliothek für die Räume. Von Eden Sophie Rimbach

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