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Motorradgottesdienst auf dem Hohen Meißner trotzte Wind und Wetter

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Von: Kristin Weber

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Es ist gut, wenn man die Saison unter Gottes Segen stellen kann.
Es ist gut, wenn man die Saison unter Gottes Segen stellen kann. © Kristin Weber

Wind, Wetter, Schneetreiben und Hagelschauer: Diese Männer und Frauen auf ihren Maschinen kann nach zwei Jahren coronabedingter Pause nichts stoppen. Zum Motorradgottesdienst des Evangelischen Kirchenkreises Werra-Meißner, der in diesem Jahr vor der Saison stattfand, kamen trotz des Aprilwetters gut 200 Fahrer auf den Hohen Meißner. 

Hoher Meißner – Nach zwei Jahren Pause hat der Evangelische Kirchenkreis Werra-Meißner wieder einen Motorradgottesdienst mit dem stellvertretenden Dekan Ralph Beyer auf dem Hohen Meißner organisiert. Als neue Unterstützer war die Motorradgruppe „Die Knieschleifer“ mit dabei.

Am Samstag allerdings schickte Petrus den Bikern erst mal eine volle Ladung Aprilwetter und hatte dazu einiges im Angebot, was Zweiradfahrer nicht so richtig gut gebrauchen können: von Regen über Hagel bis hin zum Schneesturm war alles mit drin. Doch zwischendrin gab es auch schönsten Sonnenschein.

Motorradgottesdienst auf dem Hohen Meißner

Die Männer und Frauen auf ihren heißen Öfen nahmen es tapfer. Sie brachen noch bei Sonne auf dem Eschweger Werdchen auf und kamen im Schneetreiben auf dem Hohen Meißner an. An den Straßenrändern überall an der Strecke hatten sich diejenigen platziert, die die Kolonne im Vorbeifahren grüßen wollten. Doch auf dem Berg galt: Sicherheit geht vor! Der Dekan spendete einen kurzen Segen, dann ging es langsam und vorsichtig wieder zurück ins Tal. Am Hirschberg in Abterode fand der Gottesdienst statt. Zur Begleitung von Pfarrer Hübner auf der Gitarre sangen die Motorradfahrer „Durch die schweren Zeiten“ von Udo Lindenberg. „Das Leben ist oft schwieriger, als wir es uns wünschen“, sagte Ralph Beyer nachdenklich. Die letzten zwei Jahre seien von Abstand, Angst und Unsicherheit geprägt gewesen. „Im Garten sehen wir die Primeln wachsen, aber in der Schule gehen unsere Kinder ein“, sagte der Pfarrer.

Und dann auch noch der Krieg in der Ukraine als tragisches Ausrufezeichen fehlender Menschlichkeit. In diesen schweren Zeiten brauche es Dinge, die Mut machen und Trost spendeten, das könne ein Lied sein, aber auch der Zusammenhalt untereinander. Diesen Zusammenhalt pflegten die Motorradfahrer. Auf der Straße könnten sie jetzt, zu Beginn der Saison, wieder nach der Freiheit und dem eigenen Weg suchen, aber das Risiko fahre eben auch immer mit. Deshalb baten sie um Schutz und Beistand.

„Hessisch Sibirien“ empfängt die Fahrer zum Motorradgottesdienst

Winfried Wolf, Bassist bei den Lusejungen, ist seit vielen Jahren immer mit dabei. „Ich hatte gehofft, dass der Gottesdienst jetzt wieder stattfinden kann“, sagt er. „Es ist gut, wenn man die Saison unter Gottes Segen stellen kann.“ Auch Margot Flügel-Anhalt, die erst spät im Leben zum Motorradfahren kam, ist, seitdem sie auf zwei Rädern fährt, mit dabei. „Es ist großartig“, sagt sie. „Man fühlt sich verbunden mit den Leuten, die ebenfalls fahren. Das ist wichtig, denn wenn man auf der Straße mal ein Problem hat, gibt es immer Menschen, die helfen.“ Und die Fahrer möchten ihre Begeisterung auch an die nächste Generation weitergeben. Familie Heumann hatte ihren neunjährigen Sohn Lorenz mitgebracht, der zum ersten Mal bei Mama Pia mitfahren durfte – ganz vorsichtig natürlich. Sarah Bandyla hatte Sohn Emilio mit dabei. Und nach dem Schneegestöber schmeckte eine heiße Bratwurst umso besser.

Ingo Hupfeld organisierte zusammen mit den 30-köpfigen Knieschleifern den beliebten Szenetreff. „Bei uns ist alles ganz entspannt“, sagte er. „Wir sind ja auch schon ein bisschen älter geworden.“

Von Kristin Weber

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