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Nikolaiplatz, Marktkirche, Busbahnhof: Eschweges Gesicht wird sich verändern

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Von: Tobias Stück

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Soll barrierefrei werden: Einem Kircheneingang würdig zu sein, ist das Ziel der Umgestaltung des Vorplatzes der Marktkirche. Stolperfallen sollen verschwinden, optisch dem Marktplatz ähneln.
Soll barrierefrei werden: Einem Kircheneingang würdig zu sein, ist das Ziel der Umgestaltung des Vorplatzes der Marktkirche. Stolperfallen sollen verschwinden, optisch dem Marktplatz ähneln. © Projektstadt

Der Stadtumbau in Eschwege schreitet ab 2023 voran. An vier Stellen in der Kreisstadt tut sich demnächst etwas, sodass sich das Gesicht der Stadt verändern wird.

Eschwege – Dabei handelt es sich um den Nikolaiplatz, den Platz vor der Marktkirche, den Busbahnhof Wiesenstraße und das Stadtviertel Brückenhausen. Am weitesten fortgeschritten sind die Projekte an der Marktkirche und am Nikolaiturm.

Nikolaiplatz

Hier hat bereits ein Realisierungswettbewerb stattgefunden, den das Büro Terra Nova aus München gewonnen hat. Das Gesicht des zentralen innerstädtischen Platzes werde sich massiv wandeln. Hauptdarsteller bleibt aber der Nikolaiturm. Die Parkplätze werden reduziert, um mehr Wohnqualität für die Anwohner zu schaffen. Die grüne Mitte des Platzes bleibt frei von Verkehr. Das Grün an den Anlagen soll mit dem Nikolaiplatz verbunden werden. Im Stadtpark könnte ein Spielplatz entstehen. Die Straße soll verkehrsberuhigt werden.

Soll barrierefrei werden: Einem Kircheneingang würdig zu sein, ist das Ziel der Umgestaltung des Vorplatzes der Marktkirche. Stolperfallen sollen verschwinden, optisch dem Marktplatz ähneln.
Soll barrierefrei werden: Einem Kircheneingang würdig zu sein, ist das Ziel der Umgestaltung des Vorplatzes der Marktkirche. Stolperfallen sollen verschwinden, optisch dem Marktplatz ähneln. © Projektstadt

Terra Nova hat die konkreten Planungen aufgenommen. Am 26. September findet ein Auftakttreffen mit dem Büro in Eschwege statt, berichtet Stadtentwickler Dominik Reimann, der das Projekt für die Nassauische Heimstätte betreut. Das Jahr 2023 wird voraussichtlich noch für Planungen draufgehen. Baubeginn wird 2024 sein. Die Vorgabe der städtischen Gremien waren Kosten von 900 000 Euro. „Eine Kostensteigerung ist nach den Erfahrungen der vergangenen Monate sicher“, sagt Reimann.

Marktkirche

Schneller als gedacht wird der Vorplatz zur Marktkirche umgestaltet. Das liegt daran, dass hier unaufschiebbare Kanalbauarbeiten anstehen, die voraussichtlich im Herbst 2023 angegangen werden. Das unübersichtliche unterirdische Rohrsystem soll vereinfacht und saniert werden. „Es wäre nicht sinnvoll, hier zwei mal Bauarbeiten zu beginnen“, sagt Reimann.

Der Vorplatz zur Marktkirche soll optisch an den bereits neu gestalteten Marktplatz angepasst werden. „In erster Linie soll er barrierefrei werden und eines Kircheneingangs würdig sein“, sagt Reimann. Das werde vermutlich dazu führen, dass die Parkplätze direkt vor der Kirche in ihrer bisherigen Form weichen müssen. Der Verkehr wird nicht beeinflusst, auch der Stadtbus wird hier weiter fahren. Die hohen Kanten der Bürgersteige sollen aber verschwinden. Gleichzeitig erhoffen sich die Planer durch die Umgestaltung des Platzes eine Initialzündung der Anwohner, ihre Gebäude ebenfalls zu sanieren. Das könnte auch neue Investoren anziehen. Fördermittel würden auch für Privatleute bereitstehen.

Brückenhausen

Der Effekt einer Initialzündung hat in Brückenhausen nach der Straßensanierung bereits eingesetzt. Zehn Umbaumaßnahmen wurden bereits abgeschlossen, drei Projekte werden gerade umgesetzt und drei weitere Maßnahmen befinden sich in der Antragsphase, berichtet Reimann. Aus dem Haus- und Hofprogramm werden die Investitionen mit bis zu 25 Prozent, maximal aber 20 000 Euro gefördert. An der Fassade muss laut Programmbeschreibung immer etwas gemacht werden. Weitere Sanierungen, die bislang angegangen wurden, waren Dächer, Fenster und Elektroleitungen.

Eines der abgeschlossenen Projekte ist der Neubau des Hotels Müllers Weiden. Hier steht noch die Verbindung über eine Brücke zwischen Schlossmühle und der Flussinsel aus. Eine Machbarkeitsstudie wurde beauftragt, mit dem Wasserschifffahrtsamt stehen die Planer in Verbindung. „Ich bin zuversichtlich, dass es hier eine Einigung geben wird“, sagt Reimann.

Wiesenstraße

Die Fläche rund um den ehemaligen Busbahnhof gilt als einer der wichtigsten, aber auch vernachlässigsten Zugänge zur Innenstadt. Er hat eine besondere Bedeutung, weil unter anderem von der Werra viele Radfahrer und Wanderer in der Stadt ankommen. „Während er Bürgerbeteiligung wurde uns zurückgespiegelt, dass die Beschilderung nicht ausreichend sei.“ Im April hatte die Nassauische Heimstätte hier eine Bürgerbefragung angeboten. Rund 120 Eschweger hatten sich an zwei Tagen daran beteiligt. Sie wünschten sich Umgestaltung und Begrünung, gleichzeitig aber auch den Erhalt der Parkplätze. Reimann berichtet, dass ein ansprechenderer Zugang zu den nahe gelegenen Parkplätzen auf dem Werdchen auch in die Planungen einbezogen werde.

Auch die Wiesenstraße soll einen Platzcharakter bekommen und ein zentraler Ort für Radfahrer werden. Neben sogenannten Verweilmöglichkeiten solle es hier auch Fahrradboxen und Ladestationen für E-Bikes geben. Auch eine Entsiegelung und ein Speichersystem für Regenwasser werden derzeit angedacht.

Alle Projekte im Überblick findet man unter eschwege-mitgestalten.de

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