NSU-Prozess: Autokauf in Eschwege dient André K. als Alibi

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Beteiligung unklar: André K. will nicht am Bankraub beteiligt gewesen sein, nach dem sich Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos das Leben nahmen. Unser Archivbild zeigt Feuerwehrleute und Polizisten am 4. November 2011 in Eisenach vor einem qualmenden Wohnwagen, in dem die Leichen der NSU-Terroristen entdeckt wurden.

Eschwege. Im Prozess gegen die rechtsextreme Terrorvereinigung NSU führt eine Spur der Ermittler auch nach Eschwege: Der Neonazi und mutmaßliche Komplize André K. hat offenbar am Tag des letzten NSU-Banküberfalls in Eisenach ein Auto in der Kreisstadt gekauft.

Das ist Teil seines Alibis für den 4. November 2011, wie Recherchen unserer Zeitung jetzt ergeben haben.

„Ich wurde von der Kripo befragt und konnte bestätigen, dass der Mann einen Wagen erworben hat. Mir ist nichts Verdächtiges aufgefallen“, sagt der Geschäftsführer des Autohauses. André K. musste im NSU-Prozess vor dem Oberlandesgericht München mehrfach als Zeuge aussagen. Er wird verdächtigt, Beate Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt beim Banküberfall in Eisenach unterstützt zu haben - auch, weil sein Handy dort geortet wurde.

Dem Verhandlungsprotokoll der Internetseite www.nsu-watch.info - eine Sammlung von Prozessberichten von Organisationen - zufolge habe er an jenem Tag in Eschwege mit seinem Vater ein Firmenfahrzeug gekauft. Er sei dann mit ihm nach Jena beziehungsweise weiter nach Magdala gefahren. André K. gab an, auf der Landstraße von Eschwege nach Eisenach und auf der Autobahn von Eisenach nach Jena gefahren zu sein. Bei dem Händler in Eschwege habe er einen Pickup, genauer einen Nissan Navarra, gekauft und direkt mitgenommen - vormittags hin, mittags zurück. Am frühen Nachmittag seien sie zurück gewesen.

Zum NSU-Trio hatte er nach eigener Aussage keinen Kontakt mehr, schon seit 1998 nicht. André K. sei davon ausgegangen, dass es sich im Ausland ein neues Leben aufgebaut hätte, so das Protokoll. Der Wikipedia-Seite über André K. ist zu entnehmen, dass er das Einloggen seines Handys in einen Funkmasten in Eisenach am Tag des Überfalls mit dem Passieren der Autobahn nahe Eisenach nach dem Kauf erklärt.

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