Und Fotos vom Festival

Video: Das Open Flair aus der Luftperspektive

Eschwege. Einen einzigartigen Blick auf die Bühnen beim Open-Flair hat HNA-Mitarbeiter Sascha Hoffmann ergattert. Er fotografierte das Festival aus 500 Metern Höhe.

Zugegeben, ein musikalischer Ohrenschmaus ist mein Ausflug zum Open Flair Festival nicht unbedingt. Vom satten Mix aus Country, Hardcore, Folk, Punk und Blues der amerikanischen Band „Against Me!“ höre ich am späten Freitagnachmittag nämlich rein gar nichts, dafür aber habe ich die wohl beste Sicht überhaupt. Während unten am Festivalgelände hartgesottene Fans in der prallen Sommersonne vor der Hauptbühne schwitzen, schwebe ich im Motorsegler von Pilot Thomas Meder sanft durch den strahlend blauen Himmel und genieße aus rund 500 Metern Flughöhe einen grandiosen Blick auf die Flair-Stadt.

Gerade einmal 20 Minuten haben wir vom Witzenhäuser Segelfluggelände hierher gebraucht, bei besten Flugbedingungen, wie mir der jungen Pilot aus Gleichen im Landkreis Göttingen vor unserem Start versichert hat. Dafür ruckelt es aber ganz schön. „Das ist noch gar nichts“, beruhigt mich der 24-Jährige, während wir die erste Runde über Eschwege drehen und das Fotografieren durch die winzig kleine Luke der Plexiglashaube des fliegenden Zweisitzers zur echten Herausforderung wird. Es braucht seine Zeit, bis ich mich hier mit meinen Kameras zurechtfinde, die Anschnallgurte schränken den Bewegungsfreiraum doch mehr ein, als ich es gedacht hatte. „Wir müssen sicher ein paar Runden mehr fliegen“, rufe ich meinem Piloten durch das Mikro des klobigen Kopfhörers zu, der den Blick durch den Sucher der Kamera zusätzlich erschwert. Der Schweiß rinnt mir über die Stirn, die Zeit läuft, und noch ist kein brauchbares Bild im Kasten. „Nur Geduld, ich fliege näher ran“, sagt Meder, steuert seine Maschine in eine leichte Schräglage, um mir optimale Fotobedingungen zu bieten.

Fotos: Kraftklub mit fulminanter Bühnenshow

Open Flair: Kraftklub mit fulminanter Bühnenshow

Fotos von Sonntag

Open Flair: Impressionen von Sonntag

Luftbilder vom Open Flair

Luftbilder vom Open Flair

Der Blick runter aufs Festivalgelände ist nun derart atemberaubend, dass ich mich regelrecht zwingen muss, mich aufs Fotografieren zu konzentrieren. Zighundert parkende Fahrzeuge verschmelzen im grellen Sonnenlicht zu einem regelrechten Meer aus strahlendem Blech. Alles wirkt so winzig: das weitläufige Campinggelände, Kleinkunstzelt und Seebühne, selbst die riesige Hauptbühne wirkt von oben eher wie ein Ameisenspielplatz. Erst jetzt werden mir die gigantischen Ausmaße bewusst, die das Open Flair Festival in seinen 31 Jahren angenommen hat. Respekt, denke ich mir und verspüre als begeisterter Konzertgänger immer mehr den Drang, das Rattern des Flugzeugmotors gegen die Musik zu tauschen, die aus den von hier oben fast nicht zu erkennenden Lautsprechertürmen die Festivalbesucher berieselt. „Genug fotografiert“, schreie ich ins Kopfhörermikro, während Pilot Thomas Meder schon zum Rückflug gen Witzenhausen ansetzt. Da steht mein Auto bereit, das mich gleich zum Festivalgelände befördern wird, wo zwar eine minder gute Aussicht zur Bühne auf mich wartet, garantiert aber ein echter musikalischer Ohrenschmaus.

Von Sascha Hoffmann

Rubriklistenbild: © Hoffmann

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