Musher aus Leidenschaft

Eschwegerin belegt bei Meisterschaft im Schlittenhunderennen zweiten Platz

Vierzig Pfoten, zehn Huskies, ein Schlitten - und ein zweiter Platz. Eine Eschwegerin hat jetzt bei den deutschen Meisterschaften dem zweiten Platz errungen. 

Vierzig Pfoten, die ihren eigenen Takt in den Schnee klopfen, unbeirrbar wie ein Uhrwerk. Durch die klare Luft vorbei an der Bergwelt-Traumkulisse, hinein in die scheinbar endlose, eisige Weite: Für Isabel Maletzke ist das pures Glück. Die 42-Jährige aus Eschwege-Oberdünzebach ist Schlittenhundeführerin – „Musher“ – aus Leidenschaft. Bei den deutschen Meisterschaften in der Mitteldistanz in Wallgau (Landkreis Garmisch-Partenkirchen) haben sie und ihr Gespann aus zehn Huskys nun den zweiten Platz belegt – „völlig unverhofft“, sagt Isabel Maletzke lächelnd.

Die 38-Kilometer-Distanz über die präparierte Schneepiste, Trail in der Fachsprache, gemeistert hat sie mit einem ganz besonderen Team: „Die Hälfte der Hunde haben wir aus dem Tierheim übernommen, resozialisiert und mit viel Liebe und Geduld in die eigene Zucht integriert“, sagt Isabel Maletzke. Alles andere als eine leichte Aufgabe – der Umgang mit den schwierigen Charakteren, ja sogar Bisswunden trägt Isabel Maletzke davon.

Doch ein Aufgeben kommt zu keiner Zeit in Frage: „Aus jedem Tier konnte ich tolle Schlittenhunde machen, die nun sogar im Rennen für Erfolge sorgen“, sagt die Oberdünzebacherin glücklich. In solchen Momenten empfinde sie eine tiefe Dankbarkeit – „auch, weil Tier und Mensch sich gegenseitig so vertrauen können.“

Der ganze Stolz von Isabel Maletzke: Leithündin Luna, die mit stolzen zwölf Jahren das Team stets sicher und mit Tempo über den langen Trail führe. „Sie findet immer den Weg nach Hause, auch wenn ich den Weg wegen Dunkelheit, Nebel oder Schneetreiben nicht mehr sehen kann“, so die Oberdünzebacherin. Trainiert wird im Übrigen seit Jahren in und um den Schlierbach – bis zu dreimal wöchentlich werden die Hunde eingespannt und es geht auf Tour.

Zum Saisonabschluss schließlich sollte es die Deutsche Meisterschaft in Wallgau sein. „Das Rennen ist eines der schönsten, da wir dort die sogenannte Canada-Loipe befahren dürfen“, sagt die Oberdünzebacherin. „Die Loipe nennt sich so, weil man hier vollkommen in der Natur ist und immer neben der Isar entlangfährt. Gefühlt ist man irgendwo in den Rocky Mountains – einfach wunderschön“.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.