Sonnenstrom für 1600 Haushalte

Oberhalb von Niederhone soll bis 2023 ein Solarkraftwerk entstehen

Solarkraftwerk mit Ausblick: (von links) Domenique Diegel, Michael Nölke und Dirk Diegel stellen ihre Pläne auf dem Feld zwischen Niederhone und Weidenhausen vor.
+
Solarkraftwerk mit Ausblick: (von links) Domenique Diegel, Michael Nölke und Dirk Diegel stellen ihre Pläne auf dem Feld zwischen Niederhone und Weidenhausen vor.

Die Projektentwickler Michael Nölke und Dirk Diegel planen oberhalb der B27 zwischen Niederhone und Weidenhausen ein Solarkraftwerk. 1600 Haushalte können versorgt werden.

Niederhone - Es wird der größte Solarpark der näheren Umgebung. Auf 4,5 Hektar Fläche wollen sie eine Photovoltaikanlage mit sechs Megawatt Leistung aufbauen. Andere Solarparks in Grebendorf, Weidenhausen oder Sontra besitzen etwa ein Viertel dieser Leistung.

13 400 Module mit einer Leistung von jeweils 450 Watt sollen hier bald stehen. Damit könnten 1600 Haushalte (entspricht etwa Niederhone und Oberhone zusammen) mit Ökostrom versorgt werden. Das wäre etwa ein Sechstel aller Haushalte der Kreisstadt. „Das passt in unsere Strategie“, kommentiert Bürgermeister Alexander Heppe das Vorhaben der Freunde und Geschäftspartner. Bislang hat die Stadt Eschwege nur auf eigenen Dachflächen Photovoltaikanlagen aufgebaut. Dazu kommen zahlreiche private Initiativen. „Vielleicht wird das Projekt Impulsgeber für viele Privatinvestoren“, sagt Heppe.

Michael Nölke aus Waldkappel und Dirk Diegel aus Eschwege arbeiten im normalen Leben für einen Solaranlagenbauer aus Niestetal. Das Solarkraftwerk in Niederhone ist ihre private Initiative, für die sie eine GbR gegründet haben. Unterstützt werden sie von Dirk Diegels Tochter Domenique, die als Umweltingenieurin im gleichen Betrieb arbeitet. „Wir wollen die Energiewende nach vorne bringen“, sagt Michael Nölke. Sie funktioniere in Deutschland noch nicht schnell genug. Mit Projekten wie diesem in Niederhone wollen ihren Teil dazu beitragen. Dabei sind alle Vorreiter. Vor fast 20 Jahren haben sie erste Photovoltaikanlagen errichtet, seit fast zehn Jahren fahren sie rein elektrisch. „Unser Ziel ist es, Ökologie und Ökonomie miteinander zu verbinden“, sagt Nölke.

Der Standort liegt zwischen Niederhone und Weidenhausen.

Die landwirtschaftliche Fläche wird durch den Bau der Anlage nicht komplett verloren sein. Weniger als ein Prozent soll versiegelt werden. Rund 20 Prozent Sonnenlicht dringt noch durch die Module zum Boden. Abstände zwischen den einzelnen Elementen werden Regenwasser durchlassen.

„Die Bepflanzung muss angepasst werden“, sagt Diegel. Für Insekten soll es Blühflächen geben. Auch ein Imker könnte sich hier ansiedeln. Schafe werden zwischen den Modulen auf Magerrasen weiden. Mit dem Kulchhof in Rechtebach gibt es bereits Absprachen. Für Eidechsen werden Stein- und Totholzhaufen angelegt. Im Vergleich zur landwirtschaftlichen Nutzung zuvor sollen jetzt in dem Trinkwasserschutzgebiet keine Pestizide mehr aufgebracht werden, erklärt Nölke.

Im Gegensatz zu den meisten PV-Anlagen wird die Technik hier nicht nach Süden aufgebaut, sondern in Ost-West-Richtung. Zu stark sei die Sonneneinstrahlung in den Mittagsstunden – ein echter Sonnenhang eben. (Von Tobias Stück)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.