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Neustädter Orgel soll ihr Klangbild zurückbekommen

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Von: Tobias Stück

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Organisieren das Fundraising für die Orgel: (von links) Sebastian Werner, Harald Nolte, Andreas Bartram, Susanne Voss, Christian Mühlhause, Susanne Rappe-Weber und Annette Graumann.
Organisieren das Fundraising für die Orgel: (von links) Sebastian Werner, Harald Nolte, Andreas Bartram, Susanne Voss, Christian Mühlhause, Susanne Rappe-Weber und Annette Graumann. © Privat

Stadtkirchengemeinde sammelt Spenden, um 200 000-Euro-Sanierung der Orgel zu realisieren

Eschwege – Susanne Voss und Andreas Bartram können die Unzulänglichkeiten noch ausgleichen. Wenn fremde Organisten die Orgel in der Neustädter Kirche spielen, wird es für die beschwerlich. Denn das Klangbild der 1930 gebauten Orgel von Furtwängler und Hammer hat sich durch Umbauten verändert. „Unsere Orgel kann deutlich mehr als im Moment und das wollen wir wieder herstellen“, sagt Harald Nolte vom Kirchenvorstand. 200.000 Euro wird das „Mehr“ wohl kosten.

Was die Orgel tatsächlich kann, haben Restauratoren dem Kirchenvorstand gezeigt, als sie das originale Klangbild des rund 90 Jahre alten Instruments vorgeführt haben. Die jetzige große Orgel wurde vom Eschweger Orgelbaumeister Eobanus Friedrich Krebaum erbaut. Ihr eigenartig symmetrisch schönes, neu-gotisches Gehäuse stellte der Meister am 3. Juli 1839 fertig. Der Hauptteil der Neustädter Orgel, der ihren Charakter ausmacht, stammt von 1930. „Sie hat eigentlich ein romantisches Klangbild – tief und weich“, erzählt Kirchenmusikdirektorin Susanne Voß. Das wurde ihr aber in den 1960er-Jahren genommen. Acht Register wurden ausgetauscht, damit sie schärfer und heller klingt. „Daraus hat sich eine undefinierte Mischung ergeben.“ Die Vorführung der Orgelexperten hat dann auch Kirchenvorstehern wie Harald Nolte die Skepsis genommen, so viel Geld in Orgel zu investieren.

Die Orgel ist ein wesentlicher Bestandteil der Neustädter Kirche St. Katharina. „Sie zieht die Menschen in die Kirche“, sagt Pfarrer Sebastian Werner. Sie begleitet die Gottesdienste, Bläser und den Chor. Die Menschen kommen wegen ganzer Orgelkonzerte in das Gotteshaus. Das hat auch die Landeskirche erkannt und für den Schwerpunkt Kirchenmusik hier in Zukunft eine zweite Stelle zugewiesen. „Diese weitere Stelle können wir nur neu besetzen, wenn sie attraktiv ist. Dafür sorgt der Umbau der Orgel“, sagt Spezialkantor Andreas Bartram.

Das ursprüngliche romanische Klangbild soll durch eine Rückführung der Disposition wieder erklingen. Im Mittelpunkt der Sanierung steht das Pfeifenwerk: Die Gemeinde braucht 348 neue Orgelpfeifen. Große und Kleine, Tiefe und Hohe. Außerdem soll das uralte Registerwerk digital umgestellt werden – so wie moderne Organisten das Instrument nutzen. Zusätzlich wird der Spieltisch beweglich. Er kann auf der Empore verschoben werden, damit der Chor nicht mehr dem Organisten im Rücken sitzt. Dann kommen auch die externen Organisten zurück und werden die Neustädter Orgel problemlos spielen können. (Tobias Stück)

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