Mehr Arbeitsplätze, stärkerer Zuzug

Wirtschaftsförderung begreift Corona als Chance für den Werra-Meißner-Kreis

Alles zurück auf Los? Was nun für die Rückkehr ins Büro gilt
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Lange waren viele Arbeitsplätze im Büro verweist. Nach Ende der Homeoffice-Pflicht können Unternehmen die Arbeit von zu Hause jetzt freiwillig weiter ermöglichen.

Mehr Arbeitsplätze, stärkerer Zuzug: Die Pandemie kann vom Wirtschaftsraum Werra-Meißner als Chance begriffen werden. Davon geht die Wirtschaftsförderungsgesellschaft aus.

Werra-Meißner – Die Pandemie kann vom Wirtschaftsraum Werra-Meißner als Chance begriffen werden. Davon geht Dr. Lars Kleeberg, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG) in seinem Jahresbericht aus. Start-Up-Unternehmen, Zuzug und Co-Working seien Trends, von denen der Landkreis profitieren soll.

Insgesamt habe Corona den Landkreis nicht zurückgeworfen. Die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze ist seit 2016 kontinuierlich gestiegen (+4,5 Prozent). Durch einen guten Branchenmix, der viele Arbeitsplätze im Dienstleistungssektor und im Gesundheitswesen bereithalte, sei man vor Ort kaum in Schieflage geraten. Lediglich JD Norman in Witzenhausen und Nafatec in Sontra hätten stark gelitten. JD Norman musste aufgeben, Nafatec konnte durch einen strikten Sanierungsplan und der Halbierung der Arbeitsplätze von 80 auf 40 gerettet werden. Die Automobilzulieferer hatten aber schon vor der Pandemie Sorgen.

Ein Großteil der Beratungen, die die WFG im vergangenen Jahr angeboten hatte, drehten sich nicht um Corona: 412 der Gespräche mit Unternehmern hatten nichts mit der Pandemie zu tun. 180 Gespräche drehten sich ausschließlich um Corona. „In erster Linie haben wir bei der Beantragung von Coronahilfen unterstützt“, sagt Kleeberg. Inzwischen seien alle, die die Soforthilfen beantragt haben, auch bedacht worden. „Während der ersten Welle haben die Betriebe lange auf die Hilfen gewartet – teilweise acht bis zehn Wochen“, erzählt Kleeberg. Inzwischen habe der Bund aber deutlich nachgebessert.

Dr. Lars Kleeberg, Geschäftsführer Wirtschaftsförderungsgesellschaft

Was Unternehmen während der Pandemie bemerkt haben: Nicht jeder Arbeitsplatz vor Ort sei notwendig. Vieles funktioniere auch im Homeoffice. „Dadurch werde beispielsweise Büroraum frei, die man für Co-Working-Aufgaben nutzen könnte“, sagt Kleeberg. Denn solche Arbeitsplätze würden verstärkt nachgefragt werden, weil der Zuzug in den Kreis immer weiter zunehme. Schon jetzt sei Wohnraum in zentral gelegenen Kommunen wie Neu-Eichenberg, Bad Sooden-Allendorf oder Hessisch Lichtenau knapp. „Diesen Trend müssen wir abgreifen.“  

Von Tobias Stück

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