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Ein Patient mit schweren Verletzungen durch Feuerwerk im Werra-Meißner-Kreis

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Von: Theresa Lippe

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Rettungswagen als Symbolbild
Schwere Verletzungen mussten die Mitarbeiter des Klinikums in Eschwege bei einem Patienten behandeln. (Symbolbild) © Martin Wagner/Imago

Zur Silvesternacht gab es in der Notaufnahme in Eschwege neben der Behandlung eines schwer verletzten Patienten kaum Besonderheiten. Deutschlandweit kam es zu teils verheerenden Unfällen.

Werra-Meißner – Milliarden Menschen haben in aller Welt das Jahr 2023 begrüßt – so auch im Werra-Meißner-Kreis. Nach pandemiebedingten Verkaufsverboten von privatem Feuerwerk in den Vorjahren herrschte in den Tagen vor Silvester besonders großer Ansturm auf die Geschäfte, in denen Raketen und Böller verkauft wurden.

Rekordverdächtig mildes Wetter mit oft zweistelligen Temperaturen machte Feiern ohne Frieren möglich. Doch zumindest im Werra-Meißner-Kreis scheint es, als hätten die Menschen ihr Feuerwerk mit Bedacht und Verstand gezündet, berichtet Martina Wallbraun-Herwig, Pflegedienstdirektorin des Klinikum Werra-Meißner.

„Der Nachtdienst in der Eschweger Notaufnahme verlief eigentlich wie üblich“, berichtet Wallbraun-Herwig. „Nach Mitternacht kommen mehr Patienten als vor dem Jahreswechsel, jedoch handelt es sich dabei meist um Stürze oder kleinere Schnittwunden.

Patient mit schweren Verletzungen behandelt

Nur ein Patient in der Notaufnahme der Werra-Meißner-Klinik wurde mit schwereren Verletzungen durch Böller behandelt, weiß die Pflegedienstdirektorin. „Er wurde nach der ersten Behandlung in der Notaufnahme auf eine andere Station verlegt.“

Der Rest der Silvesternacht sei ohne größere Besonderheiten abgelaufen. „Niemand hat betrunken randaliert, es gab keine schweren Unfälle. Hauptsächlich war sogenannte Laufkundschaft zur Behandlung da“, informiert Wallbraun-Herwig.

Das Team der Notaufnahme in Eschwege sei in regulärer Besetzung gut durch die Nacht ins neue Jahr gekommen: „Zwei Ärzte – ein Internist und ein Chirurg – plus zwei Pflegekräfte hatten Dienst in der Notaufnahme. Alle Patienten konnten von ihnen ohne längere Wartezeiten versorgt werden.“

Auch die Polizeistation Eschwege vermeldet keine besonderen Zwischenfälle: „Es kam zu silvestertypischen Vorfällen wie das Werfen von Böllern oder dem Abschießen von Raketen in der Nähe von Personen oder Sachen, die aber glücklicherweise zu keinen Schäden führten und lediglich ermahnt werden mussten“, ist der Pressemitteilung zur Silvesternacht zu entnehmen.

Schwere Verletzungen in Deutschland

Doch nicht überall verlief die Silversternacht so friedlich wie im Werra-Meißner-Kreis. So gab es deutschlandweit viel mehr Einsätze für Feuerwehr und Polizei als in den Vorjahren.

Ein 17-jähriger Junge in Leipzig verletzte sich beispielsweise beim Einsatz von Pyrotechnik so schwer, dass er im Krankenhaus an den Folgen seiner Verletzungen starb.

In Thüringen zogen sich zwei Männer durch Feuerwerkskörper schwere Verletzungen zu. Ein 42-Jähriger wurde bei Gotha beim Hantieren mit online bestellten Böllern so schwer verletzt, dass ihm beide Unterarme amputiert werden mussten. In Schleiz verlor ein 21-Jähriger bei einem Unfall mit einem Sprengkörper eine Hand. Die illegale Kugelbombe sei direkt beim Entzünden explodiert.

Angriffe auf Einsatzkräfte

Im Vergleich zu den Einsatzkräften im Werra-Meißner-Kreis hatten vor allem die Kollegen in Berlin keinen ruhigen Abend. In der Hauptstadt wurden Einsatzkräfte beim Löschen eines brennenden Autos „massiv mit Böllern angegriffen“, wie die Polizei twitterte.

Im Stadtteil Lichtenrade versuchten laut Polizei 60 bis 80 Menschen, ein Fahrzeug mit Feuerwerk anzuzünden. Kollegen seien „sprichwörtlich unter Beschuss genommen“ worden, informierte die Berliner Polizei über Twitter. (dpa)

(Theresa Lippe)

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