Kein Abstand, keine Masken

Polizei beobachtet rund 100 Teilnehmer einer Corona-Versammlung in Eschweger Innenstadt

Am Stad/Ecke Forstgasse kam es zu ersten verbalen Auseinandersetzungen zwischen den Teilnehmern und der Polizei.
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Am Stad/Ecke Forstgasse kam es zu ersten verbalen Auseinandersetzungen zwischen den Teilnehmern und der Polizei.

Rund 100 Menschen haben sich am Montagabend zu einem sogenannten Corona-Spaziergang am Eschweger Rathaus getroffen. Die Polizei beobachtete die Versammlung und kontrollierte.

Eschwege - Die Beamten hatten die Information bekommen, dass sich mehr als 100 Personen zu diesem Protestmarsch angekündigt hatten und waren mit mehreren Einsatztrupps vor Ort. „Wir werden die Einhaltung der aktuell gültigen Regeln überwachen“, sagte Polizeisprecher Markus Peters vor Ort. Das bedeutet: Sie achteten darauf, dass Masken getragen wurden und Abstände eingehalten wurden. Die Teilnehmer machten mutmaßlich ihrem Unmut über Coronaregeln Luft.

Kurz nach 18 Uhr setzte sich die bunt durchmischte Menge von Personen jeden Alters durch die engen Gassen der Eschweger Altstadt in Bewegung. Einige hatten Kerzen dabei, niemand trug Masken, Abstände konnten aufgrund der Enge nicht eingehalten werden. Mehrere Dutzend Polizisten begleiteten den Zug und versperrte ihnen am Stad den Weg zum Weitergehen. Hier kam es zu ersten verbalen Auseinandersetzungen zwischen den Teilnehmern und der Polizei. Per Lautsprecherdurchsagen forderten die Einsatzkräften die Menge auf, sich auf den Marktplatz zu begeben, wo die Kundgebung fortgesetzt werden sollte - unter Einhaltung von Abstandsregeln und dem Tragen eines Mund-Nase-Schutzes.

An der Engstelle zwischen Herrengasse und Obermarkt kam es zu Handgreiflichkeiten zwischen Polizei und einer Teilnehmern. Eine junge Frau wurde festgehalten. Anschließend kam es zu Beschimpfungen der Polizisten.

Offiziell beantragt war die Versammlung weder beim Ordnungsamt der Stadt Eschwege noch bei der Polizei. Die Einsatzleitung kannte daher auch nicht den Veranstalter und versuchte ihn am Abend ausfindig zu machen. Die Menge hatte sich über soziale Netzwerke zu der Kundgebung verabredet.

Schon an den vergangenen beiden Montagen kam es zu Aufmärschen in der Eschweger Innenstadt. Augenzeugen berichteten, dass mehr als 50 Menschen gegen 18.30 Uhr durch die Innenstadt spazierten. „Die Teilnehmer gingen eng an eng, trugen keine Masken und behinderten den Verkehr“, schildert eine Augenzeugin das Szenario am vergangenen Montag. Es sei ein beklemmendes Gefühl für andere Passanten gewesen. Transparente oder explizite Forderungen seien nicht zu erkennen gewesen. (Tobias Stück)

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