Vorwurf: Versuchter Totschlag

Prozess gegen psychisch Kranken aus Eschwege - Er griff zum Messer

Kassel/Eschwege. Wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung steht seit gestern ein 43 Jahre alter Mann aus Eschwege vor dem Kasseler Landgericht.

Der psychisch kranke Mann gestand – soweit er sich erinnern konnte – seine Frau verletzt und den gemeinsamen Betreuer vom Sozialamt in ihrer Wohnung mit einem Messer angegriffen zu haben. Die Staatsanwaltschaft hat ihm dabei eine Tötungsabsicht unterstellt.

Folgendes Geschehen wurde gestern vor der 6. Strafkammer deutlich: Nach dem Frühstück am 30. November vergangenen Jahres regte sich bei dem Angeklagten die Furcht, das Jobcenter habe die Miete nicht bezahlt, Obdachlosigkeit drohe. Dies scheint eine fixe Idee gewesen zu sein, denn schon zuvor hatte er den Betreuer für fehlende Mietzahlungen verantwortlich gemacht. Als seine Frau ihn beruhigen wollte, steigerte sich die Erregung. Er warf einen Blumentopf nach ihr, traf sie an Kopf und Schulter und drohte damit, Möbel aus dem Fenster zu werfen.

Als die Frau das Fenster wieder schließen wollte, schlug er es zu und quetschte ihr vier Finger dabei. Die Frau verließ die Wohnung und kam am Nachmittag mit dem 45-jährigen Betreuer zurück. Als der Angeklagte dies bemerkte, stürzte er sich mit erhobenem Messer auf den Betreuer und versuchte ihn zu stechen. Der Mann entwand ihm das Messer, die Frau erlitt dabei Schnittverletzungen an der Hand. Der Angeklagte war damals festgenommen und in die JVA Kassel gebracht worden. Seit einigen Monaten sitzt er in der Psychiatrie in Haina (Waldeck-Frankenberg). Der Betreuer schilderte gestern cholerische und aggressive Anfälle „aus heiterem Himmel“. Der Eschweger selbst war sich über seine fehlende Impulskontrolle offenbar im Klaren und hatte sich um therapeutische Behandlung bemüht, sagte er aus.

Die Verhandlung wird am 14. September fortgesetzt.

Rubriklistenbild: © imago 

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