Täter haben Jungen wohl gefesselt

Prozess in Kassel: Flüchtlingsjunge in Eschwege vergewaltigt

Werra-Meißner. Hoch emotional ging es am vierten Verhandlungstag im Prozess wegen der Vergewaltigung eines in Eschwege untergebrachten irakischen Flüchtlingsjungen vor dem Landgericht Kassel zu.

Den beiden 21-jährigen Angeklagten droht möglicherweise eine Verurteilung wegen schwerem sexuellen Missbrauchs eines Kindes.

Das sagte der Vorsitzende Richter Jürgen Dreyer nach der zweimaligen Vernehmung des Opfers und der Anhörung seines Vaters als Zeuge. 

Die beiden ehemalige Bewohner in einer Flüchtlingsunterkunft in Eschwege, können aller Voraussicht nach nicht damit rechnen, dass sie nach Jugendstrafrecht verurteilt werden, so wie das für 18- bis 21-Jährige möglich ist. Ein Jugendgerichtshelfer hatte sich vor der 10. Strafkammer dafür ausgesprochen, dass für die beiden Iraker das Erwachsenenstrafrecht zur Anwendung kommen sollte. Damit erhöht sich der Strafrahmen, der sie erwartet, deutlich. Eine Freiheitsstrafe von nicht unter zwei Jahren ist die Mindeststrafe, die das Gesetz vorsieht.

Gingen das Gericht und die Staatsanwaltschaft ursprünglich davon aus, dass der Flüchtlingsjunge bei seiner Vergewaltigung in der Unterkunft an der Helgoländer Straße bereits 14 Jahre alt gewesen war, stellte sich im Verlauf des Prozesses heraus, dass er zur Tatzeit erst zwölf Jahre alt war.

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