Prozess wegen versuchten Mordes: Opfer nach Messerattacke in Eschwege lebenslang gelähmt

Kassel/Eschwege. Seit gestern muss sich ein 30-Jähriger aus Eschwege vor dem Landgericht Kassel wegen versuchten Mordes und schwerer Körperverletzung verantworten. Vorausgegangen war eine Messerattacke auf einen anderen Mann im Juli 2017 in Eschwege. 

Gleich zu Beginn der Verhandlung, die sich an vier weiteren Terminen fortsetzen wird, erklärte Verteidiger Andreas Goschin, dass sich sein Mandant hinsichtlich des groben Ablaufes der Tatnacht geständig zeigen werde. Diesen rekonstruiert die Staatsanwaltschaft so, dass sich der 30-Jährige sowie ein 58-Jähriger Ende Juli 2017 in Eschwege getroffen und mindestens eine Flasche Wodka getrunken haben sollen. Der ältere der beiden Männer soll währenddessen versucht haben, sich dem 30-Jährigen anzunähern, was dieser nicht wollte; als sein Widerstand zwecklos blieb, soll er dem 58-Jährigen angeboten haben, ihn zu massieren. Dadurch, so die Staatsanwältin, wollte der Angeklagte seinen Bekannten wehrlos machen, weil er sich rittlings auf den auf dem Bauch liegenden Mann setzen und nach einer Waffe suchen konnte.

Gefunden habe er diese in einem Messer mit einer zehn Zentimeter langen Klinge. Mindestens 30-mal soll er damit auf den Mann eingestochen haben – in dem Bewusstsein, dass die Stiche vor allem in Hals und Nacken aufgrund der Nähe zur Halsschlagader tödlich sein könnten.

In dem Glauben, den Mann tatsächlich umgebracht zu haben, soll der 30-Jährige selbst die Polizei gerufen haben, die den 58-Jährigen mit lebensgefährlichen Verletzungen vorfand. Durch diese ist das Opfer seitdem vom Hals an abwärts gelähmt und liegt, an ein Bett gefesselt, in einem Pflegeheim. Der 58-Jährige tritt als Nebenkläger auf und wird bei seiner Forderung nach Schmerzensgeld anwaltlich vertreten, da er der Verhandlung nicht beiwohnen wird. Über seinen Anwalt ließ er mitteilen, dass er sich nur bruchstückhaft an den Abend erinnere. 

Rubriklistenbild: © picture alliance / Friso Gentsch

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