„Rauchfreies Auto für mein Kind“ -

Suchthilfe und BKK werben mit Parkscheibe für Zigarettenverzicht

Besonders schädlich für Kinder: Wer im Auto raucht, schadet allen Mitfahrern.
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Besonders schädlich für Kinder: Wer im Auto raucht, schadet allen Mitfahrern.

Auf die Gefährdung von Kindern durch Tabakrauch will die Fachstelle für Suchthilfe und Prävention im Kreis mit der BKK zum diesjährigen Weltnichtrauchertag aufmerksam machen.

Eschwege - Der Aktionstag findet am morgigen Montag statt. Der Schwerpunkt liegt daher in diesem Jahr auf dem Thema Rauchen im Auto, wenn Kinder an Bord sind. „Schon wenige Züge an der Zigarette erhöhen die Feinstaubbelastung im Innenraum des Fahrzeugs enorm“, heißt es in einer Mitteilung der Fachstelle.

Passivrauchen beeinträchtige Kinder noch stärker als Erwachsene, weil ihre Organe noch in der Entwicklung und damit besonders empfindlich seien.

Selbst wenn nicht in Anwesenheit von Kindern im Auto geraucht werde, würden sie mit den Giftstoffen konfrontiert, die sich in Textilien ablagern und noch lange Zeit nach dem Rauchen in die Luft abgegeben werden. Nach Messungen des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) liegt die Schadstoffkonzentration in einem verrauchten Auto fünf mal so hoch wie in einer durchschnittlich verrauchten Bar. Um für das Thema zu sensibilisieren und zugleich täglich daran zu erinnern, hat die Fachstelle ihre Parkscheibe „Rauchfreies Auto für mein Kind“ erneut aufgelegt und lässt diese jetzt über verschiedenen Institutionen in Eschwege an Eltern und Familien ausgeben.

Zugleich setzt sich die Fachstelle für ein gesetzlich geregeltes Rauchverbot im Auto ein, wenn Kinder dabei sind. „Angesichts der Risiken, denen besonders Kinder ausgesetzt sind, wenn im Auto geraucht wird, setzen wir uns dafür ein, dass dort konsequent auf das Rauchen verzichtet wird“, so Harald Nolte von der Fachstelle.

Bisher besteht für Kinder in Deutschland kein gesetzlicher Schutz vor den Gefahren des Passivrauchens im Auto. Ähnlich wie das Handyverbot im Auto könnte ein Rauchverbot beispielsweise in die Straßenverkehrsordnung integriert werden, so Nolte.

Der Rückhalt in der Bevölkerung wäre für einen solchen Schritt gegeben: So stimmen 87 Prozent der Bevölkerung in Deutschland einem Rauchverbot im Auto zum Schutz von Kindern zu. Sogar unter den Rauchern, liegt die Zustimmung bei 78 Prozent. In europäischen Ländern wie Italien und Griechenland ist es mittlerweile verboten, im Auto im Beisein von Kindern zu rauchen.

Die Parkscheiben werden ausgegeben an Eltern und Familien über die Familienbildungsstätte, das Familienbüro, die Stadtverwaltung sowie die Kfz-Zulassungsstelle, das Impfzentrum sowie Edeka-Zeuch und dem Gesunden Werra-Meißner-Kreis. (salz)

Passivrauchen ist Hauptrisikofaktor für plötzlichen Kindstod

Tabakrauch gilt als der mit Abstand gefährlichste Schadstoff in Innenräumen. Beim Verbrennen einer Zigarette entstehen Tausende Substanzen, darunter giftige wie Blausäure, Ammoniak oder Kohlenmonoxid, und auch krebserregende Stoffe wie aromatische Amine, Benzol, Vinylchlorid, Arsen. Wer solche Substanzen inhaliert oder passiv aus der Umgebungsluft einatmet, kann Lungenkrebs oder andere schwere Erkrankungen entwickeln. Bei Kindern kann Passivrauchen zu akuten und chronischen Atemwegserkrankungen sowie zu akuter und chronischer Mittelohrentzündung führen, Asthma verschlimmern sowie den Bluthochdruck und das Krebsrisiko erhöhen. Bei Babys gehört das Passivrauchen zudem zu den Hauptrisikofaktoren für den plötzlichen Kindstod.

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