Umweltpreis soll Akzente setzen

Repair-Café und Lüderbacher Dorfkids gewinnen Umweltpreis 2020

Die Preisträger des diesjährigen Umweltpreises vor dem Portal der Freien Waldorfschule Werra-Meißner in Eschwege. 
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Die Preisträger des diesjährigen Umweltpreises vor dem Portal der Freien Waldorfschule Werra-Meißner in Eschwege. 

Die Lüderbacher Dorfkids und das Repair-Café in Eschwege haben die beiden ersten Plätze des Umweltpreises des Werra-Meißner-Kreises belegt. Die Preisverleihung fand in der Freien Waldorfschule Werra-Meißner, Sieger von 2019, pandemiebedingt etwas später statt.

Werra-Meißner - „Trotz Corona schreiten die Klimakrise, das Artensterben und die Ressourcenverknappung weiter voran“, sagte der Erste Kreisbeigeordnete und Umweltdezernent Dr. Rainer Wallmann. Deshalb sei es besonders wichtig, durch den Umweltpreis weitere Akzente zu setzen: für den Klimaschutz, für den Artenschutz und für den Ressourcenschutz. Hoffentlich finden diese Projekte viele Nachahmer.

Von den elf eingegangenen Bewerbungen hatte die Jury es schwer, sich zu entscheiden, weshalb sich das Preisgeld auf alle Teilnehmer in Kategorien aufteilt. Alle Projekte wurden vor dem Landrat Stefan Reuß, dem Ersten Kreisbeigeordneten Dr. Rainer Wallmann, Umweltberaterin Gabriele Maxisch und allen anwesenden Teilnehmern präsentiert.

Das Eschweger Repair-Café

Einer der beiden ersten Plätze und verbunden damit ein Preisgeld von 400 Euro ging an das Repair-Café. Jeden ersten Samstag im Monat ist das Repair Café in Eschwege im „Tagwerk“, Marktplatz 10, geöffnet, wo von ehrenamtlichen Fachleuten kaputte Gegenstände aus Holz, Metall oder Textil wie Kleidung, Spielzeug oder elektrischen Geräten gegen eine Spende repariert werden. Während der Wartezeit werden Kaffee und Kuchen angeboten.

Die Lüderbacher Dorfkids

Auch sie freuen sich über 400 Euro Preisgeld. Die zwei- bis vierzehnjährigen Lüderbacher sind im Dorf aktiv und bewegen viel bei und mit den Erwachsenen. Sie sammeln Müll im Dorf. Da es in Lüderbach kein Geschäft gibt, regten sie an, Kartoffeln und Obst doch bei ortsansässigen Bauern zu kaufen, um Autofahrten einzusparen. Apfelsaftpressen und Kartoffelditsche wurden nachhaltige Aktionen. Insektenhotels sind geplant, eine Blühwiese ist schon verwirklicht.

Der Kindergarten in Weißenborn

Einer von drei zweiten Plätzen ging an den Kindergarten Zwergenstube in Weißenborn. Im Projekt „Von der Kuh zur Milch“ besuchten die Vorschüler den Bauernhof im Dorf. Sie besuchten den Imker, bauten Insektenhotels, zogen Pflanzen für den Markt groß und in der Gärtnerei ernteten sie Gurken und Tomaten. So lernten sie, wo unsere Lebensmittel herkommen. Verbunden mit den zweiten Plätzen sind jeweils 250 Euro Preisgeld.

Die Paul-Moor-Schule

Hier belegte die Angel AG einen zweiten Platz. Unter dem Motto „Wir gehen nach draußen“ entdeckten und untersuchten die Schüler Gewässer in der Umgebung, nahmen Kontakt zum Angelsportverein auf, reinigten die Teichumgebung und angelten an vielen Orten. In Oberhone befreiten sie eine Streuobstwiese von Unkraut.

Die Johannisbergschule

Die Initiative im Physikunterricht wurde mit einem zweiten Platz belohnt. „Umweltschutz als sinnstiftender Begleiter des Physikunterrichtes“: Die Schüler beschäftigten sich mit der energiesparenden Beleuchtung in Modellhäusern und im Schulgebäude und der Einsparung von Strom durch Beschilderung von Lampen. Sie bauten Energie erzeugende Generatoren, reduzierten den täglichen Kopierbedarf und bauten Solaröfen zum Backen.

Die Kinderfeuerwehr Grebendorf

Einer von vier dritten Plätzen mit jeweils 150 Euro Preisgeld ging an die Kinderfeuerwehr Grebendorf. Neben der Feuerwehrausbildung beschäftigten sich die Kinder auch mit Naturschutzprojekten, wie dem Bau von Nistkästen, Müllsammelaktionen am Werratalsee und dem Anlegen einer Insektenwiese.

Kita Witzenhausen

„Die Bienen und ihr Leben“. Mit allen Sinnen in die Welt der Bienen tauchten die Kindergartenkinder und das Team der Kesperknirpse aus Witzenhausen ein. Es wurde Bewusstsein für unsere Umwelt gelegt.

Bilsteinschule

In der Sport AG „Natur Aktiv“ wurde die Natur als Bewegungsraum genutzt und mit dem Umweltschutz verbunden. Das Grundstück am Schwimmbad wurde neu belebt: Reinigung von Müll, Anlegen einer Bienenwiese, Bau einer Brücke über den Bach, einer Schutzhütte und von Nistkästen, Anlegen einer Feuerstelle und Entwicklung eines Naturspieles.

Kita Weidenhausen

Das Kindergartenjahr stand unter dem Motto „Leben im Meer“. Mit Geschichten, Spielen und Faschingsfeier tauchten die Kinder in das Thema ein, setzten sich mit Ressourcenschonung auseinander und bauten einen mechanischen Roboter zur täglichen Müllsammlung. Statt Plastikspielzeug machten sie Tischspiele, produzierten Bienenwachstücher und kochten Seifen.

Anerkennungspreise

Im Religions-Ethik-Kurs der Beruflichen Schulen Eschwege erfuhren die Oberstufenschüler „Klimapilgern“ als ressourcenschonende, nachhaltige und sinnstiftende Fortbewegungsart am eigenen Leib. Zwei Tage lang erwanderten und erlebten sie die Schönheit der Natur von Netra bis zur Wartburg.

„Nicht meckern, sondern selber machen“ ist das Motto der Initiative „Reichensachsen – selber machen“. Sie kümmern sich um Missstände in und um Reichensachsen, reparieren kaputte Bänke, reinigen den Camperstellplatz von Müll, versorgten die neu angepflanzten Linden mit Wasser, pflegten das Ehrenmahl, legten Blühwiesen am Radweg an und planen einen Generationenspielplatz.  Von Ellen Schubert

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