Preissteigerung

Rohstoffe sind knapp: Handwerker bezahlen höhere Preise für Materialien

Was am Dach passiert entpuppt sich oft als absoluter Pfusch - doch dann ist es meistens zu spät. Symbolbild: Patrick Pleul/dpa
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Rohstoffe sind knapp – Preise erhöhen sich für Handwerker flächendeckend

Dass die Rohstoffe weltweit knapp sind und auch die Corona-Pandemie ihre Auswirkungen hat, das bekommen jetzt auch unsere Handwerker vor Ort zu spüren.

Werra-Meißner – Dämmung, Stahl, Kunststoff: Rohstoffe weltweit sind knapp und deshalb teurer. Das hat auch Auswirkungen auf die heimischen Handwerkerbetriebe, die mit deutlichen Preiserhöhungen ihrer Lieferanten zu kämpfen haben. „Die Steigerungen sind seit Dezember spürbar, jedoch explodiert die Situation seit wenigen Wochen“, sagt Robert Kunze, Kreishandwerksmeister und Obermeister der Bau-Innung Werra-Meißner. Das bestätigen auch Malermeister Mario Zinngrebe aus Meißner und Maurermeister Klaus Hildebrand aus Witzenhausen.

Flächendeckende Engpässe bei Rohstoffen

„Engpässe stellen wir flächendeckend in allen Branchen fest“, sagt Peter Döring von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Werra-Meißner. Robert Kunz nennt einige Beispiele: Allein der für das Bauen wichtige Betonstahl verteuerte sich von Dezember auf Januar um gut 10 Prozent, ebenso wie der Preis für Mineralölerzeugnisse. Dämmstoffe für Fassaden kosten gut 25 Prozent mehr, diese sowie verschiedene Kunststoffe seien kaum noch verfügbar. „Bei Holz als Dämmstoff müssen wir mit sechs bis acht Wochen Lieferzeit rechnen“, sagt Mario Zinngrebe. Schwierig sei es dann, wenn er bei einem Projekt spontan mehr Material als geplant brauche, sagt er.

Rohstoffe knapp, Preise teure: Die Gründe liegen bei Angebot und Nachfrage

Als Gründe für die Rohstoffengpässe führen die Experten insbesondere die hohe Nachfrage auf dem Markt an. Gleichzeitig komme es wegen der Coronapandemie aber zu Produktionsausfällen bei den Herstellern. International und hier vor Ort werde momentan viel gebaut, so Döring. Den Bauboom in den USA und China nennt auch Kunz als Beispiel, der die Preise international erhöht.

Und wenn sich heimische Bäume wegen Trockenheit und Borkenkäferschäden zunehmend nicht mehr als Bauholz eigneten, werde auf den internationalen Markt zurückgegriffen. Auch bei regionalem Kies seien die Preise gestiegen. Um durch die steigenden Preise ein Minusgeschäft zu vermeiden, müssen auch die Handwerksbetriebe im Kreis die Preise anziehen, Unsicherheiten müssen einkalkuliert werden, erklärt Hildebrand. Wann sich die Situation wieder entspannt, ist laut Kunz noch nicht abzusehen. (Von Jessica Sippel)

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