Atemschutz und Flugsitze: Eschweger sammelt Lufthansa-Souvenirs

Auf den original Lufthansa-Flugsesseln, in der Hand ein Modell des A380: Rudolf Brehmer, der sich von einer Krebserkrankung erholt, ist ein leidenschaftlicher Sammler von allem, was das charakteristische Kranich-Emblem trägt. Foto: Spanel

Eschwege. Alles, was mit der Lufthansa zu tun hat, hat es ihm angetan: Rudolf Brehmer Sammelt Souvenirs der Fluggesellschaft mit dem Kranich.

Fliegen war etwas Exklusives, als Rudolf Brehmer im Jahr 1966 begann, als Bremsen- und Fahrwerksmechaniker bei der Lufthansa zu arbeiten. Ein Traumberuf, in dem der gebürtige Eschweger den Duft der großen weiten Welt schnupperte und den Frankfurter Airport von einer kleinen Rollbahn mitten im Wald zum größten Verkehrsflughafen Deutschlands wachsen sah - eine Faszination, die ihn auch 16 Jahre nach seiner Pensionierung nicht losgelassen hat.

Heute sitzt Brehmer in einem seiner beiden grauen Flugsitze mit den charakteristischen gelben Nackenkissen. Gekauft hat er sie vor einigen Jahren in Frankfurt - „da hatte ich viel Glück“, sagt der 77-Jährige stolz. Im Laufe der Zeit hat Brehmer die Sessel mit Fluggurten ausgestattet, und von der Decke baumeln die passenden Atemschutzmasken. „Wie viele solcher Sammlerstücke ich mittlerweile zusammengetragen habe, kann ich nicht mehr zählen“, sagt der Rentner.

Allein 400 Flugzeugmodelle stehen in den Vitrinen und Schränken im Obergeschoss seines gemütlichen Fachwerkhauses - vom Airbus A 380 über die Boeing 747/8 bis hin zu einem Modell des Fanhansa-Siegerfliegers der Deutschen Fußball-Nationalmannschaft.

In schweren Alben hat Brehmer goldene Kapitäns- und Ehrenabzeichen gesammelt; handgemalte Speisekarten aus den 1960er Jahren finden sich hier ebenso wie Lufthansa-Zigarren mit den passenden Streichholzpäckchen. „Damals wurde in den Flugzeugen noch geraucht“, erinnert sich der Eschweger mit einem Lächeln. Sogar eine Flasche Lufthansa-Cocktail hat Brehmer aus diesem Jahrzehnt aufbewahrt - originalverpackt, versteht sich.

An der Wand hinter den Kleiderpuppen mit Flugkapitäns- und Stewardessen-Uniformen finden sich Fotos und Souvenirs seiner zahlreichen Reisen. Im Sultanat Brunei etwa überprüfte er die Maschinen des Monarchen, in Equador reparierte Brehmer unter schwierigsten technischen Voraussetzungen ein Bugfahrwerk, und in Moskau leistete der Lufthanseat nach der Wende bei Minus 18 Grad Schützenhilfe bei der Umgehensweise mit Westflugzeugen. „Während meiner zahlreichen Reisen gab es viele interessante Begegnungen“, sagt Brehmer. So sei er etwa neben dem damaligen Bundespräsidenten Walter Scheel nach München geflogen. „Und die Jacob Sisters hielten mit ihren Kaffee-Wünschen die ganze Crew auf Trab“, sagt Brehmer und lacht.

Einmal im Monat reist er gemeinsam mit seiner Ehefrau Else nach Frankfurt zum Seniorentreffen der ehemaligen Lufthanseaten. Dort entstehe immer noch der ein oder andere Kontakt, den Brehmer nutzt, um seine Sammlung zu erweitern: „Mittlerweile habe ich ein kleines Museum zusammengetragen“, sagt der 77-Jährige. Doch ans Aufhören, sagt Brehmer, sei noch lange nicht zu denken.

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