Flutkatastrophe

THW und Klärwerk berichten von ihrer Arbeit im Ahrtal: Schäden weiter immens

Mit zwei Kanalspülfahrzeugen sind immer vier Mitarbeiter des Zentralklärwerks Eschwege seit mittlerweile mehr als vier Wochen im Ahrtal im Einsatz.
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Mit zwei Kanalspülfahrzeugen sind immer vier Mitarbeiter des Zentralklärwerks Eschwege seit mittlerweile mehr als vier Wochen im Ahrtal im Einsatz.

THW und Zentralklärwerk aus Eschwege sind weiterhin im Ahrtal im Einsatz, um bei den Arbeiten nach der Flutkatastrophe zu helfen. Die Einsatzkräfte haben sich vor Ort zum Austausch getroffen.

Eschwege – „Die Schäden sind nach wie vor immens und kaum vorstellbar“, beschreibt Torsten Seeger vom Zentralklärwerk (ZKW) in Eschwege die Situation vor Ort. Seit mehr als vier Wochen ist ein Teil der Mitarbeiter des Klärwerks mit zwei Spülfahrzeugen im Ahrtal im Einsatz, um die Schäden nach der Flutkatastrophe zu beseitigen.

Jetzt haben sie sich mit Einsatzkräften des Technischen Hilfswerks (THW) Eschwege getroffen, die seit dem 15. Juli bereits helfen. Gemeinsam haben sie jetzt ihre Erfahrungen ausgetauscht.

Das Einsatzspektrum des THW reicht vom Bergungseinsatz mit dem Abstützen eines beschädigten Hauses, über den Einsatz der Fachgruppe Räumen mit dem Transport von durch das Wasser unbrauchbaren Möbelstücken bis hin zum Transport von IBC-Container mit Öl-/Wassergemisch zur Aufbereitung an der Sammelstelle. Die Mitarbeiter des Eschweger Zentralklärwerks sind im Katastrophengebiet für die Kanalfreilegung und -spülung zuständig, um das Kanalnetz wieder funktionsfähig zu machen.

„Die oftmals schwierige Aufgabe beginnt damit, die Kanalanschlüsse zu lokalisieren, ohne die zur Orientierung notwendigen Landschaftspunkte“, sagt Einsatzleiter Jens Franz vom Zentralklärwerk. Sieben Kollegen haben sich bereit erklärt, mit Franz nach Ahrweiler zu fahren, um bei den Aufräumarbeiten zu unterstützen. Teilweise haben die Kollegen dafür ihren Urlaub verkürzt. Was die Einsatzkräfte vor Ort erwarten würde, war vor dem Einsatz nicht klar.

Aus dem Fernsehen kannten sie die schockierenden Bilder der Zerstörung, aber die Realität vor Ort überstieg ihre Vorstellungskraft, wie Mitarbeiter des ZKW berichten. Zwei Vierer-Teams wechseln sich im 14-Tage-Rhythmus ab. „Die Zusammenarbeit zwischen den Kräften läuft sehr gut und die allseitige Hilfsbereitschaft ist überwältigend.“, berichtet Jens Franz.

Die gegenseitige Unterstützung vor Ort zwischen Bundeswehr, THW und Klärwerk sei selbstverständlich. Ein spontaner Besuch des Technischen Hilfswerkes Eschwege bei den Kräften des städtischen Klärwerkes sei eine willkommene Überraschung gewesen.

Mittlerweile hat das THW Eschwege mehr 10 000 Einsatzstunden im Ahrtal geleistet. Seit mehr als neun Wochen sind sie im Einsatz. Rund 60 Männer und Frauen des THW Eschwege waren bislang im Krisengebiet. Neben den Räumarbeiten, bei denen sich die Eschweger die Fahrzeuge im Schichtwechsel mit dem THW Bad Hersfeld teilen, übernimmt das THW Eschwege die Einsatzleitung im Krisengebiet. Vor Ort überblicken sie die Einsatzlage, teilen Personal ein, lösen Probleme.

Was sowohl Jens Franz (ZKW) als auch Timo Sippel (THW) gleichermaßen berichten: Allen Helfern schlägt eine Welle der Dankarbeit aus der Bevölkerung für ihr Hilfe entgegen. (Tobias Stück)

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