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Schnapszahl-Hochzeiten im Februar: 22.2.22 ist ein beliebtes Datum für Trauungen im Landkreis

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Von: Jessica Sippel

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Dieser Februar ist gleich zwei Mal ein Schnapszahlmonat: Juwelier Kunze aus Sontra graviert derzeit auffällig viele Eheringe insbesondere mit dem Datum 22.2.22.
Dieser Februar ist gleich zwei Mal ein Schnapszahlmonat: Juwelier Kunze aus Sontra graviert derzeit auffällig viele Eheringe insbesondere mit dem Datum 22.2.22. © Juwelier Kunze

Im Schnapszahlmonat Februar heiraten vergleichsweise viele Menschen im Werra-Meißner-Kreis. Der 2.2.22 und der 22.2.22 sind beliebte Daten, obwohl sie unter die Woche fallen.

Werra-Meißner – Heiraten im Februar? Und dann auch noch unter der Woche? Das ist normalerweise eine Seltenheit, wie die Standesämter des Landkreises unserer Zeitung auf Nachfrage erklärten. Nicht aber in diesem Jahr. Trotz der Coronapandemie und ihren Einschränkungen heirateten spürbar mehr Paare als normalerweise im Februar, der alles andere als ein klassischer Hochzeitsmonat ist. Der Grund ist einfach: Es ist ein Schnapszahlmonat.

Gleich zweimal bietet sich ein besonderer Glückstag an: am heutigen Mittwoch, 02.02.2022, und in genau 20 Tagen am Dienstag, 22.02.2022. Vor allem aber letzteres Datum ist im Landkreis begehrt. In Wanfried etwa will ein Paar an diesem besonderen Dienstag heiraten – tatsächlich aus Gründen des Datums, wie Bürgermeister Wilhelm Gebhard mitteilt. Auch in Eschwege konnte das Standesamt eine erhöhte Nachfrage für den 22.02.2022 feststellen. Es konnten auch alle Anfragen bedient werden, sagt Scarlet Grebenstein, Sprecherin der Kreisstadt.

In Witzenhausen sind an diesem Tag gleich zwei Eheschließungen angemeldet, ebenso in Bad Sooden-Allendorf.

Das sei außergewöhnlich für einen Dienstag; es sei eher selten, dass unter der Woche überhaupt geheiratet wird, sagt Ilka Kühnemuth von der Stadtverwaltung der Badestadt. „Vielleicht kommen sogar noch ein paar Kurzentschlossene dazu“, ergänzt Michael Zindel vom Witzenhäuser Standesamt. Wegen der Pandemiesituation sei das aber eher unwahrscheinlich, sagt er.

Zuletzt am 11.11.2011 so ein Schnapszahl-Datum

Diese Zurückhalten für große Feierlichkeiten wie Hochzeiten beobachtet auch der Kirchenkreis Werra-Meißner, wie Dekanin Ulrike Laakmann mitteilt. Das ist wie so vieles der Pandemie geschuldet.

Umso bemerkenswerter sei es aber, dass unter anderem in Germerode und in Berneburg für den 22.02.22 kirchliche Trauungen geplant sind.

In Sontra zeichnet sich derweil ein interessantes Bild ab: Beim Standesamt sind weder für den heutigen 2. Februar noch für den 22. Februar Eheschließungen geplant, dafür aber an anderen Terminen im Februar. Gleichzeitig meldet Juwelier Kunze eine deutlich erhöhte Nachfrage genau für den 22.02.2022: „An diesem Tag wird wegen des besonderen Datums definitiv mehr geheiratet“, sagt Geschäftsinhaber Axel Fahnert. Allein für fünf Paare habe der Juwelier dieses Datum in die Eheringe eingraviert. „Zuletzt gab es so ein Datum am 11.11.2011“, sagt er.

Nachfrage auch in Nachbarkreisen hoch

Termine für Trauungen am 2.2.22 sowie am 22.2.22 sind in einigen hessischen Kommunen schon seit Längerem ausgebucht, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergeben hat. Das ist beispielsweise in Frankfurt so: Am 2. Februar sind dort 19 Eheschließungen geplant, am 22. Februar elf.

Kassel hat das Kontingent sogar aufgestockt: Rund 40 Trauungen seien nun an beiden Tagen geplant, was der sonstigen Zahl von Trauungen im ganzen Monat Februar entspreche.

Im Nachbarlandkreis Hersfeld-Rotenburg finden am 2. Februar drei Trauungen in Bad Hersfeld, eine in Rotenburg sowie eine in Friedewald statt. Mehr Anfragen gab es für den 22.2.22: Vier Paare geben sich in Rotenburg an dem Tag das Ja-Wort, drei in Bad Hersfeld und zwei in Bebra. (jes/ dpa/ebe)

So oder so: Das Datum soll beim Heiraten häufig etwas Besonderes sein. Der zweite Monat in diesem Jahr hat mit dem 2.2.22 und dem 22.2.22 gleich zwei besondere Tage zu bieten, die symbolisch stark aufgeladen sind. Laut dem Volksglauben sollen Schnapszahlen der Ehe Glück bringen.

Neben all der Symbolkraft hat die Wahl eines solchen Datums einen nüchternen, aber entscheidenden Vorteil: Man(n) kann den Hochzeitstag so schnell nicht vergessen.

Von Jessica Sippel

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