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Schöffengericht verurteilt Mann aus dem Werra-Meißner-Kreis zu zwei Jahren Haft auf Bewährung

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Das Urteil wurde für unerlaubten Handel mit nicht geringen Mengen an Betäubungsmittel in Tateinheit mit deren Besitz gefällt. ©  Foto: Peter Steffen/dpa Bildfunk

Ein 35-Jähriger soll im Januar dieses Jahres Haschisch und Kokain mit sich geführt haben, um mit einem Teil davon Handel zu treiben. Nun wurde er vom Schöffengericht am Amtsgericht Eschwege verurteilt.

Eschwege – Zu zwei Jahren Haftstrafe auf Bewährung und 150 Stunden gemeinnütziger Arbeit ist ein Mann aus dem Werra-Meißner-Kreis gestern vom Schöffengericht am Amtsgericht Eschwege verurteilt worden. Grund dafür ist der unerlaubte Handel mit nicht geringen Mengen an Betäubungsmitteln sowie deren Besitz.

Der 35-Jährige war am 20. Januar 2022 mit dem Zug nach Hanau gefahren, um Betäubungsmittel zu kaufen. Laut Aussage eines Hauptkommissars hatte die Polizei bereits im Dezember 2020 im Zuge eines anderen Verfahrens den Hinweis erhalten, dass der 35-Jährige zu diesem Zweck regelmäßig nach Südhessen fahre.

Angeklagter wurde im Zug kontrolliert

Polizeibeamte kontrollierten ihn im Januar 2022 im Regionalzug zwischen Sontra und Reichensachsen. Zuvor gingen sie Hinweisen nach und observierten eine Drogenübergabe des Angeklagten im Eschweger Schlosspark im November 2021. Außerdem hatte die Polizei zwei Mobiltelefone überwacht, von denen eines auf die Verlobte des Angeklagten lief. Zum Zweiten existierte kein offizieller Inhaber.

Bei der Durchsuchung seines Rucksacks im Januar fanden die Beamten dann zirka 1462 Gramm Haschisch (Cannabisharz) mit einem THC-Anteil von etwa 20,6 Prozent und knapp 20 Gramm Kokain mit einem Wirkstoffanteil von zirka 77,8 Prozent.

Der Angeklagte gestand, mit dem Zug nach Hanau gefahren zu sein, um dort Haschisch zu erwerben. Auf Nachfrage der Richterin und seines Verteidigers erklärte er, dass er einen Teil davon selbst konsumieren und einen anderen verkaufen wollte. Dadurch wollte er die rund 3500 Euro wieder gut machen, die er bei dem Erwerb ausgegeben hatte.

Kokain ausschließlich zum Eigengebrauch bestimmt

Dazu ist es jedoch nicht gekommen. Das bei ihm gefundene Kokain sei ausschließlich für den Eigengebrauch und nicht für den Weiterverkauf bestimmt gewesen.

Der 35-Jährige gab an, vor mindestens sieben Jahren erstmals Betäubungsmittel genommen zu haben und nun viel weniger als zum Tatzeitpunkt zu konsumieren. Keine Angaben machte er darüber, wem die etwa 88 Gramm Haschisch gehörten, die in der Wohnung seiner Verlobten gefunden wurden.

In der Wohnung sollen zu dem Zeitpunkt der Angeklagte, seine Verlobte und das Kind der Frau gelebt haben, sagte ein an der Durchsuchung beteiligter Polizeioberkommissar aus.

In der Wohnung gefundene Gegenstände konnten nicht zugeordnet werden

Die 8000 Euro Bargeld, die in einem Tresor in der Wohnung gefunden wurden, habe der Angeklagte laut eigenen Angaben auf Baustellen verdient. Die rechtliche Zuordnung in der Wohnung gefundener Betäubungsmittel, dazugehöriger Utensilien und eines Einhandmessers war nicht möglich. Die Verlobte machte vom Zeugnisverweigerungsrecht gebrauch.

Der Angeklagte war nicht vorbestraft und sei seither nicht aufgefallen. Da nur die „weichen Drogen“ zum Weiterverkauf bestimmt waren und diese sichergestellt wurden, sei die Gefährdung gering gewesen.

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