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Siebt- bis Elftklässler kommen in Wechselunterricht zurück

Ein Junge und ein Mädchen sitzen an einem Tisch.
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Die Siebtklässler Jakob Friedrich und Maxime Schneider gehen wieder in die Anne-Frank-Schule in Eschwege.

Nach fast fünf Monaten geht es für viele Klassen wieder zurück in den Wechselunterricht.

Eschwege/Wanfried – Nach fast fünf Monaten im Distanzunterricht sind gestern die Schüler der Klassen sieben bis neun und teilweise auch die Zehnt- und Elftklässler zur Hälfte in den Präsenzunterricht zurückgekehrt. Sowohl bei Schülern als auch bei Lehrern machte sich Erleichterung breit. Es sei ein Stück Rückkehr zur Normalität, wie Lehrer an mehreren Schulen bestätigten. An beiden Standorten der Anne-Frank-Schule (AFS) in Eschwege und Wanfried verlief das Wiedersehen in den Klassen herzlich und gleichzeitig organisiert. „Es hat alles gut geklappt, nicht nur im Hinblick auf die Umsetzung des Hygienekonzeptes und die Selbsttestungen, sondern vor allem aus pädagogischer Sicht“, sagt Schulleiterin Kerstin Ihde über die Rückkehr der älteren Schüler.

Ein ruhiger Start

Ihde lag besonders am Herzen, dass die Schülerinnen und Schüler nach der langen Phase des Distanzlernens erst einmal wieder in Ruhe in der Schule ankommen können. „Ich habe einige Zeit gebraucht, um mich wieder an die Situation zu gewöhnen“, erzählt etwa Siebtklässlerin Mia-Sophie Grede. „Ich habe die vergangenen Wochen alleine zu Hause gelernt und die anderen nur in Videokonferenzen erlebt. Da war ich am Anfang etwas zurückhaltend heute.“

Zum Glück hatten Mia-Sophie und ihre Mitschüler ausreichend Gelegenheit, um miteinander ins Gespräch zu kommen, sich über ihre Erfahrungen im Homeschooling, ihr Ängste und Hoffnungen auszutauschen. „Es hat mir gutgetan, dass wir heute so viel gesprochen haben“, sagt Jakob Friedrich. „Ich habe gemerkt, dass ich mit meinen Sorgen nicht alleine bin und, dass die Lehrer uns unterstützen, wieder in den Schulalltag zu finden.“

Vom Küchentisch zurück zur Schulbank

Gleiches galt an der Friedrich-Wilhelm-Schule in Eschwege. Die Aufarbeitung der vergangenen Monate, als Schule nur in den eigenen vier Wänden stattfand, nahm großen Raum ein. Sollten hier Probleme auftauchen, hat die Friedrich-Wilhelm-Schule Präventionsteams eingesetzt, die sich um die Schüler kümmern. Gleichzeitig sollen die Schüler in den nächsten Tagen Rückmeldungen zu ihrem Leistungsstand bekommen. Auch Klassenarbeiten – insbesondere in den Hauptfächern – sollen jetzt wieder geschrieben werden. „Das wird aber nicht überhandnehmen, weil wir die Schüler nicht überfordern wollen“, sagt Michael Degenhardt, stellvertretender Schulleiter der FWS. Am ersten Tag nach der Rückkehr habe wieder viel mehr Leben in den Schulmauern geherrscht, berichtet Degenhardt. Durch Distanz- und Wechselunterricht seien in den vergangenen Wochen lediglich 80 bis 90 Schüler der fünften und sechsten Klassen zum Unterricht gekommen. Durch die neue Verordnung waren gestern rund 250 Schüler wieder im Gebäude. „Es herrschte eine große Freude“, sagt Degenhardt.

Gehört jetzt zum Schulalltag: Emily Isinger macht vor dem Unterricht den Selbsttest.

Zunächst aber stand für die große Mehrheit der Schüler in Eschwege, Sontra, Wanfried oder Herleshausen die Selbsttestung auf dem Stundenplan. „Es hat reibungslos geklappt“, erzählt Klassenlehrerin Melissa Neurath von der AFS. Die Schüler hätten sich vorbildlich an den Ablauf gehalten.

Seit Beginn der Testungen, so berichtet Degenhardt für die FWS, sei bislang kein positiver Verdachtsfall aufgetaucht. Die Schüler absolvierten die Schnelltests mittlerweile routiniert. Das Lernen, das habe sich schon am ersten Tag des Wiedereinstiegs in den Präsenzunterricht gezeigt, falle im Miteinander auch wieder leichter: „Es ist einfach gut, zu spüren, dass du nicht alleine am Schreibtisch arbeiten musst“, stellte nicht nur AFS-Schülerin Emily Isinger am Ende des ersten Präsenzschultages nach fünf Monaten fest. red/ts

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