Seine Arbeit wirkt nach

Immer für andere stark gemacht: Harald Nolte nach 40 Jahren bei der Diakonie im Ruhestand

Zum Abschied eine Postkarte: Harald Nolte und seine Frau Cornelia verabschiedeten sich von den Weggefährten mit einer Postkarte mit Bildern und seinen wesentlichen Positionen aus 24 Jahren bei der Suchtprävention.
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Zum Abschied eine Postkarte: Harald Nolte und seine Frau Cornelia verabschiedeten sich von den Weggefährten mit einer Postkarte mit Bildern und seinen wesentlichen Positionen aus 24 Jahren bei der Suchtprävention.

Seine Arbeit wirkt bis heute nach, er hat sich immer für die Menschen eingesetzt. Nach 40 Jahren bei der Diakonie ist Harald Nolte in den Ruhestand gegangen.

Eschwege – Unter dem Strich ging es ihm immer darum, Menschen für das Leben stark zu machen. Egal, ob es in der kirchlichen Jugendarbeit oder in der Suchtprävention war. Beide seiner Arbeitsbereiche hingen ganz eng zusammen. Nach 40 Jahren bei der Diakonie, davon 24 Jahre bei der Suchtprävention ist Harald Nolte in diesem Sommer in den Ruhestand gegangen.

Am Montag wurde er von Kollegen und Weggefährten feierlich verabschiedet.

Netzwerke aufbauen, Multiplikatorenarbeit erledigen, andere mitnehmen gehörten am Ende zu seinen wesentlichsten Aufgaben, wie Harald Nolte selbst berichtet. Insbesondere als Gesicht der Fachstelle für Suchtprävention hat sich Nolte einen Namen in der Region gemacht. Weil er Multiplikatoren gesucht hat, war er immer auch Teil des öffentlichen Lebens.

Harald Nolte war ein Pionier in der Suchtprävention. Der Werra-Meißner-Kreis war noch Test-Landkreis eines Bundesmodellprojekts für Prävention, als er am 1. September 1997 anfing und die bis dato einzige Stelle besetzte. Dienststellenleiterin Andrea Böhnke würdigte Noltes Verdienste um die Suchtprävention im Kreis. Die Präventionsarbeit begann in Grundschulen, später schon im Kindergarten. Nolte klärte Konfirmanden darüber auf, dass das heilige Fest nicht der Grund für den ersten Alkohol-Absturz sein müsse, und redete mit Kindern oder Jugendlichen genauso wie mit den Eltern. Aufklärung sei wichtig, aber nicht alles, Abschreckung vor Suchtgefahren bringe nichts. Die Menschen so auf das Leben vorzubereiten, sie eben stark zu machen, dass sie nicht in eine negative Abhängigkeit kommen, sei sein Credo gewesen.

Noltes Projekte, so Böhnke, seien langfristig angelegt gewesen und laufen teilweise seit zwei Jahrzehnten. 2007 rief er die Juice-Box ins Leben, die seitdem viele Veranstaltungen mit alkoholfreien Cocktails bereicherte. Seit 2008 wird in Medienkompetenz geschult, auch Spielsucht ist ein Thema. „Harald Nolte hat uns immer rechtzeitig auf Trends eingestellt“, sagt Birgit Reppmann vom Staatlichen Schulamt. Er hat Beratungslehrkräfte für den Schulalltag geschult und unterstützt. „Er hat uns Hilfestellung in schwierigen Zeiten angeboten“, lobte Michael Dölle als ehemaliger Vorsitzender der Beratungslehrkräfte seine hohe fachliche Kompetenz und Menschlichkeit.

Marc Dobat kennt Harald Nolte noch als Kollege aus der kirchlichen Jugendarbeit. Nolte hatte beim CVJM die Jugendgruppe Ten Sing ins Leben gerufen, die ebenfalls heute noch Bestand hat. „Ten Sing ist auch ein Stück Präventionsarbeit“, sagte Dobat. Britta Salewski vom Fachbereich Gesundheit lobte ebenfalls seine Nachhaltigkeit. „Seine Arbeit wirkt nach, sie bleibt im Gedächtnis.“

Harald Nolte hätte gerne noch länger gearbeitet. Jetzt engagiert er sich vermehrt im Kirchenvorstand der Stadtkirchengemeinde. Auch das E-Bike will er regelmäßig bewegen. Diakonie-Pfarrer Lothar Kilian hatte das passende Geschenk für ihn: „111 Orte, die sie im Werra-Meißner-Kreis gesehen haben müssen.“

Von Tobias Stück

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