Sie wollten nur spielen

Anwohner beschwert sich über „Ruhestörung“ durch Kinder auf Spielplatz

Um dieses Schild geht es: Bürgermeister Timo Friedrich (links) zeigt dagegen die Genehmigung, die es den Kindern um Betreuer Ralf Schlarbaum erlaubt, den Platz zu nutzen.
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Um dieses Schild geht es: Bürgermeister Timo Friedrich (links) zeigt dagegen die Genehmigung, die es den Kindern um Betreuer Ralf Schlarbaum erlaubt, den Platz zu nutzen.

Weil Kinder in den Ferien auf einem Spielplatz gespielt haben, hat sich jetzt ein Anwohner über die Lautstärke beschwert und die Kinder verängstigt.

Reichensachsen – Der Fußballplatz der Kleeblatt-Schule in Reichensachsen ist ein beliebter Ort für die Schüler, hier herrscht immer reges Treiben. Im Rahmen der diesjährigen Ferienspiele erhielten die Veranstalter die Genehmigung der Gemeinde, den Platz auch außerhalb der Schulzeiten nutzen zu dürfen.

Einem Anwohner missfiel dies allerdings. Am Montagnachmittag habe er sich beschwert, dass die Kinder viel zu laut seien und sie eingeschüchtert. „Wir waren vorher in der Werkstatt am Basteln, nach einer Stunde wurden die fünf Kinder unruhig und wollten auf dem Platz Fußball spielen“, erinnert sich Betreuer Ralf Schlarbaum. Daraufhin sei der Anwohner auf einem Hügel aufgetaucht und habe verärgert auf ein Schild hingewiesen, das die Nutzung des Platzes außerhalb der Schulzeit verbietet.

Schlarbaum habe sich zuerst rückversichern und die Situation nicht eskalieren lassen wollen, weshalb er die Kinder aufrief, den Platz zu verlassen. „Die Kinder waren natürlich sauer und verstört. Es war schwer zu vermitteln, dass die jetzt den Platz verlassen müssen, weil sich eine Person beschwert“, sagt Schlarbaum. „Man muss jetzt immer Angst haben, dass er wieder kommt und einen anschreit“, erzählen Joshua, Dongelo, Max, Leon und Noah, die eigentlich nur eine Runde kicken wollten. Sie berichten, wie der Mann sogar schon einmal mit einem Megafon und einer Kamera auf dem Platz aufgetaucht ist. Die Eltern der Jungen riefen nach dem Vorfall am Montag bei Bürgermeister Timo Friedrich an.

Die fünf Jungen toben auch heute wieder auf dem Platz. Timo Friedrich ist empört über das Verhalten des Anwohners: „Die Jungs sind auch jetzt nicht laut. Kinder müssen sich doch irgendwann auch mal austoben.“ Friedrich weist noch einmal ausdrücklich darauf hin, dass die Kinder den Platz nutzen dürfen. Dafür gab die Gemeinde eine Genehmigung. Es sei auch nicht das erste Mal, dass die Ferienspiele dort stattfinden würden. „Alle freuen sich über die Ferienspiele und es hat nichts dagegen gesprochen, die Fläche zu nutzen“, so Friedrich weiter.

Auf Drängen des Anwohners sei der Platz bereits einige Zeit vorher eingezäunt worden, damit er nach Schulschluss auch nicht mehr betreten werden kann. Christiane Eifler von der Kleeblatt-Schule findet das ebenfalls nicht in Ordnung: „Wir nennen uns familienfreundliche Gemeinde und schließen auf der anderen Seite Kinder aus.“ (Von Anna Schellhase)

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