Zwischen Niederhone und Weidenhausen

Solarkraftwerk: Stadtverordnetenversammlung ebnet den Weg für nächsten Schritt

Planen den Solarpark zwischen Niederhone und Weidenhausen: (von links) Domenique Diegel, Michael Nölke und Dirk Diegel.
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Planen den Solarpark zwischen Niederhone und Weidenhausen: (von links) Domenique Diegel, Michael Nölke und Dirk Diegel.

Mit der Änderung des Flächennutzungsplans und der Aufstellung eines Bebauungsplans hat das Eschweger Stadtparlament die Umsetzung des Solarkraftwerks bei Niederhone in die Wege geleitet.

Niederhone – Die Projektentwickler Michael Nölke und Dirk Diegel planen in der Gemarkung Weinberg einen Solarpark – den größten der Region. Auf 4,5 Hektar Fläche wollen sie eine Photovoltaikanlage mit sechs Megawatt Leistung aufbauen. 13 400 Module mit einer Leistung von jeweils 450 Watt sollen hier bald stehen. Damit könnten 1600 Haushalte (entspricht etwa Niederhone, Jestädt und Weidenhausen zusammen) mit Ökostrom versorgt werden. Zuvor wurde die Fläche landwirtschaftlich genutzt.

Die Fläche sei, so berichtet der Vorsitzende des Ausschusses Bauen und Umwelt, Lars-Henning Bartels, aber nicht besonders ertragreich. Die Bodenwerte lägen hier zwischen 20 und 40, was in Eschwege einer mäßigen Lage entspräche. Der Ausschuss, Magistrat und der Ortsbeirat hatten sich bereits für das Projekt ausgesprochen.

Von einem zukunftsweisenden Projekt, das Nachahmer finden sollte, sprach Jakob Mayer (Bündnis 90/Die Grünen), der auch Mitglied des Ortsbeirats von Niederhone ist. „Tolles Projekt, wo kommt das nächste hin?“ Auch Lothar John (CDU) lobte die nachhaltige Energieversorgung durch den Solarpark. „Wir müssen uns Gedanken machen, wie der Klimaschutz vorangeht.“ Diese Initiative sei ein guter Baustein für ein klimaneutrales Eschwege. Andreas Hölzel (FWG): „Das ist ein Leuchtturm-Projekt mit einem großen Mehrwert für Eschwege.“

Stadtverordneter Stefan Fiege (SPD) enthielt sich bei der Abstimmung. Er findet, der Solarpark werde „mitten ins Herz“ der Landschaft gebaut und hat Angst, dass das Ökosystem gefährdet wird. Die Biodiversität müsse geschützt werden. „Wir dürfen die Klimakrise nicht dazu nutzen, sie gegen die Biodiversitätskrise auszuspielen“, sagte er. Er könnte sich vorstellen, dass die Feldflächen ein höheres Potenzial bei einer extensiven landwirtschaftlichen Nutzung hätten.

Der Solarpark soll auf einer landwirtschaftlichen Fläche entstehen, deren Bodenertragswerte nicht besonders gut sind. Komplett verloren soll die Fläche nicht sein.

Die landwirtschaftliche Fläche wird nach Angaben der Betreiber durch den Bau der Anlage nicht komplett verloren sein. Weniger als ein Prozent soll versiegelt werden. Rund 20 Prozent Sonnenlicht dringt noch durch die Module zum Boden. Abstände zwischen den einzelnen Elementen werden Regenwasser durchlassen. Für Insekten soll es Blühflächen geben. Auch ein Imker könnte sich hier ansiedeln. Schafe werden zwischen den Modulen auf Magerrasen weiden. Für Eidechsen werden Stein- und Totholzhaufen angelegt. „Unser Ziel ist es, Ökologie und Ökonomie miteinander zu verbinden“, sagt Michael Nölke.

Insgesamt rund drei Millionen Euro wird die Nölke-Diegel GbR in das Solarkraftwerk investieren – alles ohne Fördermittel aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Das Projekt soll sich nach 20 Jahren amortisiert haben. Baustart in Niederhone könnte Ende 2022 sein, die Inbetriebnahme wohl im zweiten Quartal 2023 starten. (Tobias Stück)

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