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Sozialpreis des Werra-Meißner-Kreises für Corona-Angebote in der Jugendarbeit verliehen

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Vergabe des Sozialpreises: Sichtlich stolz sind all die Geehrten, die kürzlich vom Werra-Meißner-Kreis ausgezeichnet wurden. Sie eint ihr unermüdliches Engagement während der Pandemie.
Vergabe des Sozialpreises: Sichtlich stolz sind all die Geehrten, die kürzlich vom Werra-Meißner-Kreis ausgezeichnet wurden. Sie eint ihr unermüdliches Engagement während der Pandemie. © Lorenz Schöggl

Während der Corona-Pandemie haben Vereine und weitere Träger neue Wege gefunden, um Kindern und Jugendlichen Abwechslung zu bieten und wichtige Kompetenzen zu vermitteln. Geehrt wurden sie nun mit dem Sozialpreis.

Eschwege – Herzblut und Kreativität waren die Stichworte des Abends: Alle Ausgezeichneten eint ihr unermüdliches Engagement zusammen mit kreativen Lösungen während der Pandemie. Montagabend (12. Dezember) wurde der Sozialpreis des Werra-Meißner-Kreises an der Brüder-Grimm-Schule verliehen. „Man sieht hier, was mit Ehrenamt und Zusammenhalt möglich ist“, unterstreicht Landrätin Nicole Rathgeber.

Der Preis für ehrenamtliches Engagement wurde in diesem Jahr mit Blick auf Aktionen zugunsten von Kindern und Jugendlichen verliehen – insbesondere während der pandemiebedingten Einschränkungen. Bewegungsmangel, Isolation und Zukunftsängste sind große Herausforderungen, die durch den Ukraine-Krieg und die Wirtschaftssituation verstärkt werden: „Die wichtigste Ressource bleiben unsere Kinder und Jugendlichen“, betont Ute Walter als Schulleiterin der Brüder-Grimm-Schule (BGS).

Insgesamt wurde ein Preisgeld von 3.000 Euro ausgeschüttet, wobei jeder der zwölf Geehrten 250 Euro erhielt. Um eine Ehrung zu erhalten, mussten die Organisationen oder Einzelpersonen vorgeschlagen werden.

Musikalisch umrahmt wurde der Abend an der Brüder-Grimm-Schule durch die Schulband der BGS, wobei Jana Thalia Quade, Luca Jagla, Kyra Ballinger, Kateryna Mikheieva und Danylo Kushniruk unter Leitung von Kerstin Knauft und Astrid Cassel-Cordes virtuose Einlagen und kurzweilige Duette boten.

Online-Gruppenstunden und Bewegung während der Pandemie

Die Kinder- und Jugendfeuerwehr Witzenhausen wurde für „Gemeinschaft und Teamgeist“ geehrt, wobei Online-Akademien während der Pandemie und Spendenaktionen für die Ukraine hervorstachen. Der Sportverein Blau-Weiß Vierbach 1926 e.V. bietet nicht-alltägliche Sparten wie Kinder-Natur-Turnen und Hip-Hop, wobei „keine der Stunden der nächsten gleicht“ und dem Wetter sowie den Einschränkungen angepasst wurden.

Die Ortsgruppe des Jugendrotkreuzes in Reichensachsen prägte kurzweilige Online-Gruppenstunden, die durch kreative Paketsendungen an die Jugendlichen ergänzt wurden, um auch zuhause die Praxis nicht zu missen. Das THW Großalmerode hat auch kreative Online-Stunden entwickelt und nach den Einschränkungen direkt wieder Fahrt aufgenommen, wobei auch zwei Aktiv-Wochenenden anstanden.

Kinderturnen ist ein wichtiges Bewegungsangebot und fand beim Turn- und Sportverein Oberdünzebach während der pandemischen Einschränkungen Abwechslung durch Bastelprojekte, heimische Bewegungsspiele und Outdoor-Turnen. Die DLRG Ortsgruppe Eschwege-Wanfried überzeugte mit Schwimmtraining auch während der Pandemie und ergänzte dies um Bastelangebote.

Hilfe beim Lernen bieten diese Geehrten

Um auch die Lesekompetenz nicht zu vernachlässigen, vermittelt die evangelische Familienbildungsstätte Pinguin- und Vorlesepaten, die Familien besuchen, Lernunterstützung bieten, lesen und spielen; die wertvollen Paten werden teils langjährige Ansprechpartner.

Mit der Gründung in 2019 ist die Kinderjugendfeuerwehr Weißenborn direkt in die Pandemie gestartet, aber hat beispielsweise zu Nikolaus, Ostern oder Halloween stets kreative Angebote entwickelt. Um die wichtige Schwimm-Kompetenz nicht zu verlieren, hat die Schwimm-Abteilung des Eschweger Turn- und Sportvereins 1848 während der Pandemie regelmäßig Trainings in benachbarten Freibädern angeboten, bevor im Winter zu Online-Turnen gewechselt wurde.

Ein spezielles Projekt für Geflüchtete ist „Frau Holle“ des Familienzentrums BSA, welches Erzieher, Lehrer und Betreuer mit geflüchteten Frauen und Kindern aus der Ukraine zusammenbringt, um Lernprozesse zu begleiten und zuverlässige Ansprechpartner zu sein.

Von Lorenz Schöggl

Zwei Frauen einzeln geehrt

Einzelpersonen erhielten Ehrungen: Ariane Fissmann aus dem Ringgau gründete ein Mutter-Kind-Turnen für eins- bis dreijährige Kinder, die während der Pandemie keine Angebote hatten; seit März sind über 40 Familien dabei.

Karoline Felmeden aus Meißner entwickelte eines der „aktivsten Kinder- und Jugendfeuerwehrangebote“, wobei verschiedene Online-Angebote Raum zum generellen Austausch boten und Inhalte wie Erste-Hilfe vermittelten, sodass kein Mitglied abgesprungen ist. „Das geht nur, wenn man ein super Team hinter sich hat“, betont Felmeden.

(lsc)

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