Schaden von einer Million Euro

Kunden um Geld betrogen - Sparkasse Werra-Meißner schließt Ermittlung gegen Ex-Mitarbeiter ab

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Hier ist es passiert: In den Gebäuden der Sparkasse Werra-Meißner an der Friedrich-Wilhelm-Straße in Eschwege sollen die Betrugsdelikte von dem Mitarbeiter begangen worden sein. 

Die Sparkasse Werra-Meißner hat die internen Untersuchungen im Betrugsfall eines ehemaligen Mitarbeiters, der zu Beginn des Jahres bekannt wurde, weitestgehend abgeschlossen.

Das bestätigte Vorstandsvorsitzender Marc Semmel gegenüber unserer Zeitung. Noch nicht beendet sind die Untersuchungen der Staatsanwaltschaft Kassel. Wann Anklage erhoben wird, konnte die Sprecherin Josefine Köpf noch nicht sagen.

Aufarbeitung

Insgesamt sei Kunden der Sparkasse ein Schaden „von ziemlich genau einer Million Euro“ entstanden. Wie der Mitarbeiter das angestellt hat, wollten weder Sparkasse noch Staatsanwaltschaft mit Verweis auf das laufende Verfahren sagen. „Der Vorgang ist in der Sparkassen-Organisation aber ziemlich einmalig“, sagt Semmel. 

Der Mitarbeiter, der seit Januar fristlos entlassen ist, habe sich das Vertrauen von Kunden und Mitarbeitern erschlichen und „mit viel krimineller Energie“ die Kontrollsysteme umwandert, erklärt Semmel. Zur Klärung, wie es zu den Betrugsfällen kommen konnte, wurden drei Prüfungsorganisationen eingesetzt. Der Verwaltungsrat hat einen Wirtschaftsprüfer bestellt, die Sparkasse hat ein externes Prüfungsinstitut beauftragt und die interne Revision hat ebenfalls Überprüfungen angestellt.

Vorgehen

Herausgekommen ist, dass der Mitarbeiter sich seit 2013 am Vermögen von vier seiner wohlhabenden Kunden bereichert haben soll. „Zunächst nur sporadisch, sodass seine Aktivitäten durch das Netz unserer Kontrollsysteme geschlüpft sind“, erklärt Semmel.

Im Jahr 2018 habe der Mann die Aktivitäten stark erhöht, sodass man ihm intern auf die Schliche gekommen sei.

Ermittlungen

Zunächst habe der Mitarbeiter alles geleugnet, woraufhin er freigestellt wurde. Als die Sparkasse die Angelegenheit der Staatsanwaltschaft übergeben hat, wurde er fristlos entlassen. Die Staatsanwaltschaft durchsuchte zwischenzeitlich die Geschäfts- und Privaträume des Mannes und erließ im Februar „wegen Verdunklungsgefahr“ Haftbefehl. Etwa drei Wochen saß er in Untersuchungshaft in Frankfurt und kam gegen Auflagen wieder frei. Die Ermittlungsbehörde wertet im Moment „bei dem Beschuldigten sichergestellte Daten und Finanzermittlungsmaßnahmen“ aus.

Lehren

Diese Angelegenheit werde die Sparkasse noch eine ganze Zeit beschäftigen, sagt Unternehmenssprecher Lutz Römer, der gleichzeitig bestätigt, dass „keine weiteren Mitarbeiter der Sparkasse Werra-Meißner in den Fall verstrickt“ seien. Der Ex-Mitarbeiter soll das Vertrauen von Kollegen, Vorgesetzten und Kunden „kaltschnäuzig ausgenutzt“ haben.

Mit den geschädigten Kunden stehe man jetzt im engen Kontakt, um die Entschädigungen über die Versicherungen abzuwickeln. „Wir lernen daraus, noch enger mit unseren Kunden im Gespräch zu stehen und unsere Kontrollsysteme individuell weiterzuentwickeln“, sagt Semmel.

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