Spülmobil reinigt Untergrund

Stadt Eschwege: Das Zentralklärwerk hat ein neues Spülfahrzeug

Hilfe für Hochwassergebiete: (v.l.) Stephan Waßmann, Jens Franz, Leon Zindel, Stephan Bauer und Bürgermeister Alexander Heppe begutachten das Spülfahrzeug, das womöglich auch bald im Westen Deutschlands zum Einsatz kommt.
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Hilfe für Hochwassergebiete: (v.l.) Stephan Waßmann, Jens Franz, Leon Zindel, Stephan Bauer und Bürgermeister Alexander Heppe begutachten das Spülfahrzeug, das womöglich auch bald im Westen Deutschlands zum Einsatz kommt.

Ein feuerrotes Spülmobil gehört seit Kurzem zur Ausstattung des Zentralklärwerks Eschwege. Demnächst steht mit ihm sogar ein Hilfseinsatz an.

Eschwege – „Ein feuerrotes Spülmobil“, stellt Bürgermeister Alexander Heppe fest, als er das neue Spülfahrzeug des Eschweger Zentralklärwerks zum ersten Mal in Augenschein nimmt.

Und wirklich: Das brandneue Fahrzeug mit seiner knalligen Lackierung und den LED-Leisten dürfte nun jedem Eschweger ins Auge fallen. Seit gut einem Monat ist der Vierachser mit dem Kennzeichen ESW-IZ 242 nun in und um Eschwege unterwegs, um Kanäle zu reinigen und Wasser aufzubereiten.

Es entstehen aber deswegen keinerlei Zusatzbelastungen für die Bürger.

Betriebsleiter Stephan Bauer

Allein das städtische Kanalnetz hat einen Umfang von ungefähr 183 Kilometern. So gibt es für Stephan Waßmann und Leon Zindel, die das neue Fahrzeug führen, stets genug zu tun. Pro Einsatz können zwischen 20 und 100 Meter gespült werden.

Finanziert wurde das 550 000 Euro teure Gefährt durch die Abwassergebühren. „Es entstehen aber deswegen keinerlei Zusatzbelastungen für die Bürger“, merkt Betriebsleiter Stephan Bauer an.

Das Spülmobil besitzt zwei Tanks mit einem Fassungsvermögen von 8000, beziehungsweise 3000 Litern. „Im hinteren, großen Tank wird der Schmutz gesammelt und läuft durch einen Filter als sauberes Wasser in den vorderen Tank“, erklärt Leon Zindel. Der Schmutz werde durch einen fernsteuerbaren Saugschlauch aufgenommen und der Kanal könne mit einem 180 Meter langem Spülschlauch gereinigt werden.

Waßmann und Zindel konnten zusammen mit Jens Franz das Fahrzeug nach ihren Bedürfnissen gestalten. Der Sicherheitsaspekt sei mit diesem Gefährt noch einmal verbessert worden. Zehn bis zwölf Jahre soll das Fahrzeug nun im Einsatz sein.

Insgesamt besteht die Spül-Flotte des Klärwerks aus zwei Fahrzeugen. Das Ältere stammt aus dem Jahr 2011. „Wir müssen nun dementsprechend planen, denn ein neues Fahrzeug hat eine Lieferzeit von zwei Jahren“, so Stephan Bauer.

Seinen bisher größten Einsatz hat das Spülmobil vielleicht in einigen Wochen vor sich: „Im Westen Deutschlands sind durch das Hochwasser viele Kläranlagen defekt und die unterirdische Infrastruktur ist nicht gut“, erläutert Bauer.

Nachdem die oberflächlichen Schäden beseitigt sind, sei es als Nächstes ganz entscheidend, dass auch der Untergrund wieder in Ordnung kommt, weshalb sich das Eschweger Klärwerk entschieden hat, seine Kapazitäten für den Wiederaufbau zur Verfügung zu stellen. Heppe ergänzte, dass es nun ganz wichtig sei, in solchen Momenten zusammenzuhalten und richtete seinen Dank an den Betrieb: „Viele Menschen rümpfen beim Klärwerk erst mal die Nase, dabei ist es ein hochtechnologischer und wichtiger Betrieb, der sehr gute Arbeit leistet.“

Von Anna Schellhase

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