Podeste vor Bäckereien: Versicherung weist Forderung zurück

Stadt Eschwege soll gestürzten Frauen Schadenersatz zahlen

Pflasterarbeiten am Stad: Vor den Bäckereien Siemon und Wolf am Stad in Eschwege tauscht der Bauhof das Pflaster aus. Foto: Rissmann

Eschwege. Schadenersatz und Schmerzensgeld verlangen zwei Frauen, die am Stad in Eschwege gestürzt sind, von der Stadt beziehungsweise von der Bäckerei Siemon.

Beide Frauen hätten erhebliche Verletzungen erlitten, als sie bereits im vergangenen Jahr über ein dort aufgebautes Podest gestürzt seien, erklärt Dagmar Schade-Kurz, Fachbereichsleiterin bei der Kreisstadt.

Die im September beziehungsweise Dezember 2014 bei der Stadt angemeldeten Ansprüche gehen nach Angaben der Fachbereichsleiterin auf Unfälle zurück, zu denen es bereits im Januar beziehungsweise im Oktober vergangenen Jahres kam. Beide Forderungen wurden inzwischen von der städtischen Haftpflichtversicherung abgewiesen. „Die Verfahren sind allerdings noch nicht endgültig abgeschlossen“, sagt Schade-Kurz.

Die Stadt Eschwege habe für die Holzpodeste vor den beiden Bäckereien am Stad eine Sondernutzung ausgesprochen, verbunden mit der voll umfänglichen Übertragung der Verkehrssicherungspflicht. „Insofern ergibt sich für die Stadt keine Haftungspflicht“, argumentiert Schade-Kurz.

Die Forderungen der beiden Frauen gegenüber der Bäckerei Siemon sind nach Angaben von Verkaufsleiterin Tina Schmidt an die Versicherung des Unternehmens weitergeleitet worden und werden dort geprüft. Zu Einzelheiten wollte sich das Versicherungsunternehmen gestern nicht äußern.

Inzwischen hat der Magistrat nach Gesprächen mit den beiden Betrieben entschieden, die Genehmigung zur Sondernutzung aufzuheben. Die Podeste wurden entfernt. Weil das dortige Pflaster ungeeignet war, um Tische und Stühle darauf zu stellen, hat der städtische Bauhof das Material ausgetauscht. Sobald es das Wetter zulässt, werden die beiden Bäckereien ihren Kunden wieder Kaffee und Kuchen unter freiem Himmel anbieten können. „Erklärtes Ziel der Stadt ist es, an belebten Plätzen wie dem Stad Außengastronomie zu ermöglichen“, erklärt Erster Stadtrat Reiner Brill.

Von Harald Sagawe

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