Gegen das Vergessen

Stadtrundgang in Eschwege: Autorin erzählt von der Zerstörung der jüdischen Gemeinde

Die Schüler der Jahrgangsstufe 10 der AFS bei ihrem Stadtrundgang in Eschwege mit der ehemaligen Lehrerin und Autorin Anna Maria Zimmer.
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Die Schüler der Jahrgangsstufe 10 der AFS bei ihrem Stadtrundgang in Eschwege mit der ehemaligen Lehrerin und Autorin Anna Maria Zimmer.

Stadtrundgang gegen das Vergessen: Anna Maria Zimmer berichtet Jugendlichen über die Zerstörung der jüdischen Gemeinde in Eschwege.

Eschwege – Schülerinnen und Schüler des Jahrgangs 10 der Anne-Frank-Schule waren jetzt gemeinsam mit der ehemaligen Lehrerin Anna Maria Zimmer unterwegs. Ihre wissenschaftliche Arbeit zur Entwicklung und Zerstörung der jüdischen Gemeinde in Eschwege gilt als wichtige Grundlage zur Auseinandersetzung mit der Stadtgeschichte während der NS-Zeit.

Sie informierte die Jugendlichen über die Deportationen der jüdischen Bevölkerung gen Konzentrationslager, sprach über die zuvor schrittweise erfolgte Entrechtung der Eschweger jüdischen Glaubens und ging auf Schikanen sowie gewaltsame Ausschreitungen während der Pogromnacht ein. Auch über die sogenannten Entnazifizierungsverfahren nach dem Zweiten Weltkrieg informierte sie.

Anhand der vielen im Eschweger Stadtgebiet verlegten Stolpersteine berichtete sie von der durch manch Kontroverse begleiteten Entwicklung der städtischen Erinnerungskultur. Dabei bot sie viele Anekdoten und interessante Einblicke rund um ihre eigenen Recherchen zur städtischen NS-Geschichte, die nicht alle Eschweger begrüßten.

Die Jugendlichen und deren Lehrkräfte Heidi Giese und Hendrik Bergmann hörten ihr gebannt zu. Der Stadtrundgang bildete den Abschluss der Beschäftigung mit der NS-Zeit in Eschwege im Fach Gesellschaftslehre. Dafür hatten die Zehntklässler bereits mit Anna Maria Zimmers Buch gearbeitet.

Umso spannender war es für die Schüler, die Autorin persönlich kennenzulernen und aus erster Hand noch mehr über die jüdische Gemeinde Eschweges zu erfahren. Herzlich bedankten sie sich für die bereichernde Führung durch die Kreisstadt Eschwege, die ihnen noch einmal deutlich machte, wie wichtig ihr eigener Einsatz für eine demokratische und offene Gesellschaft ist. (red/mmo)

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