Geschäfte in den Innenstädten

Stationäre Händler behalten auch nach dem Lockdown Online-Plattformen

Uwe Heinemann von der gleichnamigen Eschweger Buchhandlung setzt heute auf eine Kombination aus persönlicher Beratung im Geschäft und digitaler Information im Netz.
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Uwe Heinemann von der gleichnamigen Eschweger Buchhandlung setzt heute auf eine Kombination aus persönlicher Beratung im Geschäft und digitaler Information im Netz.

Im Lockdown mussten viele Einzelhändler schließen – Einkäufe konnten oft nur online getätigt werden. Aus der Not heraus gründeten stationäre Händler digitale Marktplätze, die nach der Krise Bestand haben.

Werra-Meißner – Auch Geschäfte, die keinen Onlineverkauf anbieten, setzen mittlerweile gerne auf digitale Schaufenster. „Nur wenige wenden sich wieder komplett von dem Onlineangebot ab“, sagt beispielsweise Johannes Siebold, Geschäftsführer des Stadtmarketings in Witzenhausen. Dort hatte sich angesichts des drohenden Lockdowns eine Initiative gegründet, die den Händlern vor Ort trotz der Ladenschließungen eine Verkaufsplattform bieten wollte. „Das Angebot, kostenlos Produkte einzustellen und ausliefern lassen zu können, nehmen zurzeit um die 90 Händler an“, erklärt Siebold. Die Nachfrage änderte sich allerdings mit der Öffnung der Geschäfte. Als die Händler nicht mehr auf den Onlineverkauf angewiesen waren, sei das Interesse eingeschlafen, so Kerstin Walger von der Aktionsgemeinschaft, mitverantwortlich für den Witzenhausen-Shop.

Johannes Siebold Stadtmarketing Witzenhausen

Dabei beobachten die Witzenhäuser Organisatoren jedoch eine Benutzungsverschiebung ihrer Plattform. „Die Kunden nutzen den Onlineshop jetzt, um sich über das Angebot zu informieren“, weiß Walger, die selbst Inhaberin eines Reformhauses ist. Die Initiative hat in diesem Zusammenhang festgestellt, dass Produkte, die online beworben werden, später im Geschäft häufiger gekauft werden als Artikel, die nur im Geschäft vorliegen.

Dr. Michael Ludwig Leiter des Servicezentrums der Industrie- und Handelskammer (IHK) im Werra-Meißner-Kreis

„Viele Einzelhändler vor Ort sind bereits parallel präsent“, stellt auch Dr. Michael Ludwig, Leiter des Servicezentrums der Industrie- und Handelskammer (IHK) im Werra-Meißner-Kreis, fest. Er sehe die aktuelle Situation als Chance für alle Beteiligten, um über den Tellerrand hinauszublicken, so Ludwig. Auch wenn nicht alle Branchen für den Onlineverkauf geeignet seien, würden viele Händler die Zukunft des Einzelhandels nicht nur vor Ort sehen, so der Experte. Digitale Beratungs-, Informations- und Verkaufsangebote sind nach dem Lockdown Teil vieler Geschäftskonzepte geworden. Bereits bestehende Onlineplattformen wurden ausgebaut und seien als Polster für den Notfall immer essenzieller für den Einzelhandel.

In Eschwege setzen Andreas Nützler vom Fahrradhaus Mangold und Uwe Heinemann von der gleichnamigen Eschweger Buchhandlung heute auf eine Kombination aus persönlicher Beratung im Geschäft und digitaler Information im Netz.

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