Verwarngelder von zehn Euro drohen

Stellflächen in Eschwege betroffen: Autos werden breiter, alte Parkplätze nicht

Wenn drei Mittelklassewagen ordnungsgemäß geparkt werden, wird es mit dem Ein- und Aussteigen auf diesem Parkplatz an der Reichensächser Straße eng. Dellen an den Türen sind so keine Seltenheit.
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Wenn drei Mittelklassewagen ordnungsgemäß geparkt werden, wird es mit dem Ein- und Aussteigen auf diesem Parkplatz an der Reichensächser Straße eng. Dellen an den Türen sind so keine Seltenheit.

Autos sind in den vergangenen Jahren immer größer und vor allem breiter geworden. Das Problem: Die Parkplätze sind nicht mitgewachsen. Verwarngelder über zehn Euro drohen.

Eschwege – In Eschwege wurden jetzt mehrfach Autobesitzer verwarnt, die über die Seitenmarkierung hinaus ihren Wagen abgestellt haben.

Gerade die in den vergangenen zehn Jahren weit verbreiteten SUV nehmen viel Raum ein. Ein Beispiel am meistverkauften Auto in Deutschland, dem VW Golf: Der Kompaktwagen ging seit seiner Einführung 1974 rund 17 Zentimeter in die Breite. Die Richtwerte für die Bauplanung von Stellplätzen haben sich in dieser Zeit allerdings kaum geändert. 2,30 Meter muss ein Parkplatz in Deutschland heute mindestens breit sein.

Workshop zum Anwohnerparken

Am Dienstag, 26. Oktober, findet ab 19 Uhr in der Stadthalle in Eschwege ein Workshop zum Thema „Bewohnerparken in Eschwege“ statt, teilt Sprecherin Scarlett Grebestein mit. Dazu sind alle Bürger eingeladen. Eine Voranmeldung per E-Mail an eschwege@iks-planung.de ist notwendig, so Grebestein weiter. 

Ein Golf misst aktuell 1,78, mit Außenspiegeln 2,07 Meter in der Breite, ein Passat 2,08 Meter und der SUV Touareg fast 2,20 Meter. Und dabei ist noch keine Tür geöffnet. „Sporadisch gibt es in Eschwege noch wenige Flächen, die die Breiten geringfügig unterschreiten“, sagt Patrick Reiß, Leiter des Ordnungsamtes in Eschwege. Das Überparken der gekennzeichneten Stellplätze werde in der Regel dann geahndet, wenn dadurch angrenzende Stellplätze nicht mehr nutzbar seien, heißt es vonseiten des Ordnungsamtes. Zehn Euro würden dann fällig werden.

Autostellplätze müssen den modernen Fahrzeugdimensionen angepasst werden, fordert der Bundesverband öffentlich bestellter und vereidigter sowie qualifizierter Sachverständiger (BVS). Nach Ansicht des BVS werden die Abmessungen moderner Autos bei der Bauplanung von Stellplätzen nicht ausreichend berücksichtigt. Viele Bauplaner griffen heute auf diese alten Parkplatz-Abmessungen zurück, ohne ihre Aktualität ausreichend zu hinterfragen.

Etwas mehr als zwei Meter sind die Parkbuchten an der Reichensächser Straße beispielsweise breit. Ein aktueller Golf misst heutzutage ohne Außenspiegel schon 1,78 Meter.

Der BVS empfiehlt, statt der heute üblichen Mindestbreite von 2,30 Meter pro Stellplatz einen Wert von 2,50 Meter einzuplanen. Bei Stellplätzen, die auf einer Seite begrenzt sind (etwa durch eine Mauer), sollten mindestens 2,65 Meter Breite eingeplant werden. Bei beidseitig begrenzten Stellplätzen sei eine Mindestbreite von 2,75 Metern sinnvoll. Bei diesen Vorschlägen wird eine Fahrzeugbreite von 1,85 Metern angenommen – diese Breite werde von 85 Prozent der Neuzulassungen eingehalten. Damit wäre gewährleistet, dass die Stellplätze von der weit überwiegenden Anzahl von Fahrzeugen ausreichend genutzt werden könnten. Neben der reinen Fahrzeugbreite wird eine Türöffnung in der ersten Arretierungsstufe (30 Grad) zugrunde gelegt, um das Ein- und Aussteigen zu gewährleisten.

„Alle Stellplätze, die in Eschwege neu gekennzeichnet werden, werden mit Breiten von 2,30, mitunter auch bis zu 2,50 Meter ausgestattet“, berichtet Reiß. (Tobias Stück)

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