Parlament entscheidet am Montag

Kosten steigen auf bis zu sieben Millionen: Feuerwehrneubau in Reichensachsen auf Eis gelegt

Gibt es bisher nur im Entwurf: den Neubau des Feuerwehrstützpunktes in Reichensachsen. Im Juni vorigen Jahres war Spatenstich, seitdem ist wenig passiert.
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Gibt es bisher nur im Entwurf: den Neubau des Feuerwehrstützpunktes in Reichensachsen.

Der Neubau des Feuerwehrstützpunktes in Reichensachsen wird wegen einer drohenden Steigerung der Baukosten voraussichtlich bis auf Weiteres auf Eis gelegt werden.

Reichensachsen – Diese Entscheidung hat der Gemeindevorstand getroffen, dieser ist der Haupt- und Finanzausschuss der Gemeinde jetzt einstimmig gefolgt. „Wir werden in diesem Jahr keine Ausschreibungen mehr vornehmen“, bestätigt Wehretals Bürgermeister Timo Friedrich.

Allerdings muss am kommenden Montag noch die Gemeindevertretung darüber entscheiden.

War der Neubau, der nicht nur durch die Ortsfeuerwehr, sondern auch als Übungszentrum des Landkreises genutzt werden soll, vom Baubüro Luther 2016 zu Beginn der Planungen noch mit 4,2 Millionen Euro geschätzt worden, liegen die prognostizierten Gesamtkosten bei sofortiger Ausschreibung jetzt bei sechs Millionen Euro. Aus Berechnungen der Gemeinde geht hervor, dass sie auf sieben Millionen Euro steigen könnten. Wehretal müsste damit 5,5 Millionen Euro für den Bau aus eigener Kasse finanzieren.

Ursächlich dafür verantwortlich sei eine generelle Steigerung der Baukosten. „Immerhin sind seit den ersten Kostenschätzungen inzwischen fünf Jahre vergangen“, so der Architekt Michael Luther. Das ließe sich auch am jährlich veröffentlichten bundesweit gültigen Baukostenindex ablesen. Durch die derzeitig angespannte Lage im Baugewerbe geht die Gemeinde von zehn Prozent Kostensteigerung zusätzlich aus. Die Neuverschuldung der Gemeinde würde sich von 1,3 auf 1,9 Millionen Euro erhöhen.

„Das wird den Haushalt der Kommune in künftigen Jahren stark belasten“, so Bernd Becker von der Gemeinde. Da die Möglichkeiten der Gemeinde, weitere Einnahmen zu generieren, begrenzt und größtenteils auch ausgeschöpft seien, so Becker, seien „erhebliche Steuererhöhungen unvermeidbar“, sagte er auf der Sitzung des Ausschusses. Erste Rechenbeispiele gehen davon aus, dass die Grundsteuer in Wehretal schrittweise von derzeit 420 auf 550 von hundert und die Gewerbesteuer von bisher 400 auf 450 Punkte angehoben werden muss.

Sollte das Parlament dem Ausschreibungsstopp für den Feuerwehrstützpunkt am Montag folgen, wolle man abwarten, bis die Baukosten wieder fallen, wovon unter anderem Architekt Luther für den Herbst ausgeht. „Wir sind in einer besonderen Marktsituation, die es jetzt zu überbrücken gilt“, sagt Timo Friedrich.

Von Stefanie Salzmann

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