Tempo 30

Tempo 30 vor Schule und Kita: Koalition bringt Antrag ins Eschweger Parlament ein

Tempo 30 endet ziemlich genau dort, wo Ein- und Ausgang der Alexander-von-Humboldt-Schule anfangen. An der Ampel komme es immer mal wieder zu brenzligen Situationen, wenn Autofahrer bei „Dunkelgelb“ noch über die Ampel huschen wollen.
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Tempo 30 endet ziemlich genau dort, wo Ein- und Ausgang der Alexander-von-Humboldt-Schule anfangen. An der Ampel komme es immer mal wieder zu brenzligen Situationen, wenn Autofahrer bei „Dunkelgelb“ noch über die Ampel huschen wollen.

Die Koalition aus CDU, FDP und FWG plädiert für Tempo 30 vor Eschweger Schulen, Kitas und Kindereinrichtungen.

Eschwege – Einen entsprechenden Antrag wird sie am Donnerstagabend der Stadtverordnetenversammlung vorstellen.

Ende 2016 hat das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur die neue Rechtsnorm § 45 (9) 6 Änderung zur Straßenverkehrsordnung verabschiedet. Mussten bisher immer Gründe des Lärmschutzes oder der Nachweis eines Unfallschwerpunktes aufgeführt werden, um eine Reduzierung der Geschwindigkeit an Hauptverkehrsabschnitten vornehmen zu können, gilt seit der Änderung vor sozialen Einrichtungen die Regelgeschwindigkeit von 30 Stundenkilometern. Durch Umkehr des Regelfalls wird Tempo 50 hier zur begründeten Ausnahme. Durch Erlass sei geregelt, dass die Einrichtungen über einen direkten Zugang zur Straße, auf der die Temporeduzierung angeordnet werden soll, verfügen müsse, teilt der Werra-Meißner-Kreis mit. „Diese Möglichkeit wollen wir für Eschwege nutzen“, sagt CDU-Fraktionsvorsitzender Stefan Schneider.

An einigen Schulen und Kitas sei die Verkehrsberuhigung schon der Fall, viele Einrichtungen lägen aber an überörtlichen Straßen. Die Koalition denkt da beispielsweise an Struth- und Humboldtschule, aber auch an die Brüder-Grimm- und Friedrich-Wilhelm-Schule. „Zu Stoßzeiten potenziert sich das Problem“, sagt Schneider. An der viel befahrenen Max-Woelm-Straße liegen beispielsweise nicht nur die Struthschule, sondern auch der Kindergarten der Kreuzkirche. Lediglich ein Geschwindigkeitsmesser weist die Autofahrer auf die Geschwindigkeit hin. „Gerade mit Lkw habe ich hier schon gefährliche Situationen beobachtet“, sagt der Rektor der Struthschule, Rolf Tinnefeld. Vor Jahren habe man sich bereits um ein Tempolimit bemüht, das wegen der Einstufung als Bundesstraße abgelehnt wurde.

Termin

Die Stadtverordnetenversammlung von Eschwege tagt am Donnerstag, 16. September, um 19 Uhr in der Stadthalle.

An der Alexander-von-Humboldt-Schule gibt es zwar ein Tempolimit für die Neustadt. Das endet aber etwa 80 Meter vor der Schule. Auch auf der Humboldtstraße gibt es keine Geschwindigkeitsbegrenzung. „Autofahrer geben oftmals noch mal extra Gas, um bei Dunkelgelb über die Ampel zu kommen“, schildert ein Vater die ein oder andere brenzlige Situation, die er hier schon erlebt hat. Das bestätigt Rektorin Nicole Schröder. „Überall dort, wo Kinder in größerer Zahl auftreten, sollte es ein generelles Tempolimit geben“, findet sie.

Die Stadt solle jetzt mit dem Werra-Meißner-Kreis und Hessen Mobil in Dialog treten, um die Umsetzung von Tempo 30 vor Schulen und Kindereinrichtungen zu erreichen, fordern Jutta Thiele (FDP), Stefan Schneider und Andreas Hölzel (FWG). Sowohl vonseiten des Kreises als auch von Hessen Mobil heißt es, dass die Stadt Eschwege hierfür selbst verantwortlich sei.

Von Tobias Stück

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