Coronavirus

Testbereitschaft ist hoch: Nach dem Ferienende testen sich Schüler jetzt selbst

Selbsttests für Schüler: Notfallsanitäterin Maria Feiertag vom Rettungsdienst Eschwege hat am Montag die Lehrer der Alexander-von-Humboldt-Grundschule in Eschwege geschult.
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Selbsttests für Schüler: Notfallsanitäterin Maria Feiertag vom Rettungsdienst Eschwege hat am Montag die Lehrer der Alexander-von-Humboldt-Grundschule in Eschwege geschult.

Selbsttests für Schülerinnen und Schüler in den Schulen - so lautet auch das Vorgehen im Werra-Meißner-Kreis. Die Vorbereitungen dazu sind am Montag angelaufen.

Werra-Meißner – Mit dem Ende der Osterferien müssen Schüler, die am Präsenzunterricht teilnehmen wollen, einen negativen Corona-Schnelltest vorlegen. Der darf nicht älter als 72 Stunden sein. Diese Anordnung des Kultusministeriums müssen die Schulen jetzt umsetzen und bieten dazu Laientests in der Schule an. Teilweise sind diese Tests am Montag gestartet, gerade die jüngeren Schüler wurden gestern auf die bevorstehenden Tests vorbereitet.

Die Testungen verliefen in der Regel reibungslos, uns wurde von keinen nennenswerten Problemen berichtet.

Anita Hofmann, Leiterin des staatlichen Schulamts in Bebra

„Die Testungen verliefen in der Regel reibungslos, uns wurde von keinen nennenswerten Problemen berichtet“, sagt Anita Hofmann, Leiterin des staatlichen Schulamts in Bebra. Die Bereitschaft mitzumachen sei nach einer stichprobenartigen Umfrage im Schulamtsbezirk hoch.

Der erste Tag nach den Ferien war wuselig, berichtet Nicole Schröder, Schulleiterin der Alexander-von-Humboldt-Grundschule in Eschwege. „Wir bereiten die Kinder auf die Selbsttests vor.“ Das sei für alle aufregend – von den Schülern über die Eltern bis hin zu den Lehrern. Damit ab dem heutigen Dienstag alle Schülerinnen und Schüler den Abstrich in der Nase selbst vornehmen können, wurden nicht nur die Kinder mithilfe von Videos und Bildern darauf vorbereitet. Auch die Lehrer haben eine Schulung vom Deutschen Roten Kreuz bekommen, damit sie die Kinder anleiten können, erklärt Schröder. „Durch die Vorbereitung wollen wir Ängste nehmen.“

In dieser und der kommenden Woche sind acht Mitglieder vom Deutschen Roten Kreuz in den Schulen im Werra-Meißner-Kreis unterwegs und bereiten die Lehrkräfte auf die Coronaselbsttests vor, erklärt Gunnar Michel, DRK-Abteilungsleiter der Breitenausbildung und Schulkoordinator. „Wir erklären, wie die Selbsttests durchgeführt werden und was dabei zu beachten ist.“ Die Kinder sollen am Ende die Tests eigenständig vornehmen können: vom Abstrich bis hin zur Auswertung. Und das ist kinderleicht, sagt Michel (siehe Hintergrund).

Es werde zwar auch Unterrichtszeit verloren, doch das sei es wert, findet Schröder. Denn ohne den Präsenzunterricht gingen den Kindern auch soziale Kontakte verloren. Nicht alle Eltern seien allerdings mit den Selbsttests in der Schule einverstanden. „Es gab Abmeldungen“, bestätigt Schröder.

Mit Sorge betrachtet die Schulleiterin es, wenn Eltern ihre Kinder isolieren, damit diese nichts von der Pandemie mitbekommen. „Als Mutter verstehe ich die Intention, aber Corona ist allgegenwärtig und die Isolation schlimmer als das Wissen um die Pandemie.“ Zudem rät sie, nicht zu unterschätzen, was Kinder verstünden, wenn man es ihnen sachlich erklärt.

An der Gerhart-Hauptmann-Schule in Wanfried wurde der erste Tag nach den Ferien ebenfalls für die Sensibilisierung der Schüler genutzt. Vor- und Nachteile wurden besprochen und auch der Umgang mit den Mitschülern, sollte ein Coronatest positiv sein. Das Kind muss dann die Schule verlassen und einen PCR-Test nachlegen. Die Angst vor Mobbing sei ein Thema in der Elternschaft. „Wir bitten die Eltern, uns Lehrern das Vertrauen zu schenken, einfühlsam mit dem Thema umzugehen“, sagt Susann Groß, Konrektorin der Wanfrieder Grundschule.

Die Bereitschaft zur Testung sei generell hoch, berichtet Hofmann aus dem Schulamtsbezirk. „Dennoch gibt es auch Testverweigerer mit dem Hintergrund der Querdenker.“ Auch aus persönlichen, nicht ideologisch geprägten Gründen akzeptierten Eltern einen Test für ihr Kind gelegentlich nicht. (ts, mai)

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