Von der Coronakrise profitieren

Tourismus in der Region könnte Gewinner des Deutschland-Reisebooms sein

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Wandern auf Platz 1: Eschwege und Umgebung als Wanderer erkunden ist bei den Gästen der Kreisstadt besonders beliebt.

Deutschland, besonders aber die kleinen Regionen wie der Werra-Meißner-Kreis und der Raum Eschwege werden nach Ansicht Miriam Gerkes touristisch von der Coronakrise profitieren.

Wegen eingeschränkter Reisemöglichkeiten in diesem Sommer werde Deutschland Hauptziel sein, ohne die nötigen Kapazitäten zu haben, so die Leiterin der Abteilung Freizeit, Tourismus, Marketing bei den Stadtwerken in Eschwege. 

Diese Chance gelte es zu nutzen. „Viele der Gäste, die dann in die Region kommen, würden unter gewöhnlichen Umständen nicht kommen“, vermutet Gerke. „Die werden dann aber vielleicht zu Wiederholungstätern.“

Die Verweildauer der Touristen könnte steigen

Gerkes Stellvertreter Jens Ehrhardt schlägt den Gastgebern besonders attraktive Buchungsbedingungen vor. „Das könnten zum Beispiel kurzfristige Stornomöglichkeiten sein“, sagt er mit Hinweis auf die unsichere Situation. Mit den Gastgebern müsse überlegt werden, wie Gäste für die Region gewonnen werden können. 

„Jetzt rüsten alle auf“, hat Gerke beobachtet. „Wir sehen viel Beratungsbedarf beim Marketing; wir müssen den Leistungsanbietern etwas an die Hand geben.“

An der Verweildauer insgesamt werde sich so viel nicht ändern. Während die Gäste in Eschwege und Umgebung bisher zwischen drei und sieben Tagen blieben, könne sich das jetzt auf eine Woche bis zehn Tage ausdehnen. Gerke: „Der Trend geht seit vielen Jahren zum kürzeren Urlaub. Dafür wird öfter verreist.“

Touristen sorgen sich wegen geschlossenen Freizeiteinrichtungen

An den gebuchten Pauschalen der Touristinformation werde weitgehend festgehalten. Statt zu stornieren, hätten die Gäste ihre Buchungen in den Herbst verschoben, so Ehrhardt. Für Termine ab Juni gebe es neue Buchungen, und die Nachfrage verstärke sich. 

Miriam Gerke hat festgestellt, dass beim Buchungs- und Reiseverhalten weniger die Angst vor Corona eine Rolle spielt, als vielmehr fehlende Infrastruktur und geschlossene Freizeiteinrichtungen das Problem seien. Auch die Einschränkungen in der Gastronomie seien schwierig.

„Die Urlaubsorganisation wird sich ändern“, sagt Gerke. „Flexibilität wird nicht wie bisher möglich sein. Unser Planungsauftrag wird sich erweitern.“ Die Touristinformation werde mit ihren Pauschalangeboten profitieren, „weil die Urlauber mehr machen lassen wollen werden“.

"Wandern hat sich zu einem Markt entwickelt"

Bis zum Beginn der Krise entwickelten sich die Zahlen der Touristinformation auf gutem Niveau. Wandern ist nach wie vor die Nummer 1 der Freizeitaktivitäten der Gäste. Besonders beliebt ist die Variante mit organisiertem Gepäcktransport.

 „Wandern ist in und hat sich zu einem Markt entwickelt“, sagt Gerke. Auch hier ist die Nachfrage groß. Mit großem Abstand folgt Radfahren, das noch vor einigen Jahren an erster Stelle auf der Beliebtheitsskala lag.

Quelle: Werra-Rundschau

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