In Eschwege arbeitet die Zentrale für die Tunnelüberwachung

Hier werden alle Tunnel Hessens überwacht

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Tunnelüberwachung: Denis Lange ist einer von 17 Mitarbeitern der Tunnelleitzentrale in Eschwege. Bauwerke in ganz Hessen werden aus der Kreisstadt kontrolliert.

Eschwege. Denis Lange schaut gespannt auf die fünf Monitore auf seinem Schreibtisch. Informationen aus Tunneln in ganz Hessen laufen hier, in der Zentrale in Eschwege, zusammen.

Im Hintergrund zeigt eine mehr als zehn Quadratmeter große Videowand 32 Bilder in Echtzeit. Wenn im Theatertunnel in Frankfurt eine Störung auftritt, blinken in Eschwege die Alarmsignale. An sieben Tagen in der Woche ist die Tunnelleitzentrale an der Niederhoner Straße rund um die Uhr besetzt.

„Bis zu 40 000 Datenpunkte pro Tunnel werden in die Systeme in der Zentrale überspielt“, erklärt Joachim Schmidt von Hessen Mobil die Arbeit. Fällt irgendwo ein Teil der Beleuchtung aus, wird eine Tür zu einem Fluchtweg geöffnet. Oder passiert Schlimmeres, leuchtet bei den Männer in Eschwege der Alarm auf.

„Das ist die längste Tunnelkette Deutschlands.“

Jede Störung, jede Meldung, die in Eschwege aufläuft, wird im Wachbuch protokolliert. Hessen Mobil betreibt die Leitzentrale. An sechs Arbeitsplätzen wachen insgesamt 17 Mitarbeiter über die hessischen Tunnel. Die Straßen- und Verkehrsbehörde kümmert sich um Anlagen auf Autobahnen und Bundesstraßen, lässt aber auch im Auftrag überwachen. Der Theatertunnel in Frankfurt ist eine solche Auftragsarbeit. Hessen Mobil arbeitet als Dienstleister für die Mainmetropole.

Im Werra-Meißner-Kreis werden die Überwachungsdaten aus den bereits befahrenen Tunneln der Autobahn 44 sowie aus dem Schürzebergtunnel bei Oberrieden gesammelt. Nach durchgehender Fertigstellung und Befahrbarkeit der Autobahn zwischen Kassel und Eisenach werden allein auf dieser Strecke 13 Tunnel gebaut sein – die natürlich auch aus der Zentrale in der Kreisstadt überwacht werden. „Das ist die längste Tunnelkette Deutschlands“, sagt Schmidt.

So laufen die Wartungen im Schürzeberg-Tunnel ab

Technik von solchem Umfang bedarf regelmäßiger Wartung. Vielmal pro Jahr wird die Betriebstechnik jedes Tunnels überprüft. Dienstleister nehmen im Auftrag von Hessen Mobil Elektronik, Beleuchtung, Belüftung, Brandschutzeinrichtungen und Videoüberwachung unter die Lupe. Für einen Teil der Wartungsarbeiten müssen die Bundesstraßen und Autobahnen ganz oder teilweise gesperrt werden. „Wir machen das nach Möglichkeit in den verkehrsärmeren Zeiten, nachts oder an den Wochenenden“, sagt Schmidt.

Von Harald Sagawe

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